Leben in Weidelbach

07.12.2018

Seit wir in Weidelbach wohnen rennt für mich die Zeit noch schneller vorbei als jemals zuvor. Es ist ruckzuck Abend und nach dem Essen, kaum das man sich ein wenig hingesetzt hat, sagt mir ein heftiges Gähnen: Gabi, du bist müde. Stricke noch ein wenig und schau‘ mir meistens einen Film dabei an. Ja und dann ist es in nullkommanix 22.00 Uhr, 23.00 Uhr, Mitternacht und ich habe ständig das Gefühl, nichts wirklich auf die Reihe gebracht zu haben. Wie hat das alles nur früher geklappt? Drei Kinder, Beruf, Haushalt, Garten, viel Platz um unseren Pavillion und meine Hunde. Multitasking funktioniert nicht mehr wirklich 🙁 .

05.12.2018

Mein erster Gang morgens: Wohnzimmer, Ofen, Aschekasten leeren. Und dazu muß ich raus. Heute morgen hatten wir Frost und einen wundeschönen Himmel.

20.11.2018

Schnee

Meine fleischfressende Pflanzen und Kräuter unter einer Schneedecke.

Erster Spaziergang im Schnee.

 

15.11.2018

Heute die letzte Erdbeere geerntet. Wirklich geschmeckt hat sie nicht mehr.

Seit unserem Urlaub in Schottland gehört Shortbread zu meinem Leben und wann immer ich es irgendwo entdecke kann ich nicht wiederstehen 😀 . Nun, selbst in Frankfurt fand ich selten die Gelegenheit und hier ist es gaaaaaaaaaaaaaaaanz schlecht bestellt mit meinen Lieblingskeksen. Um so glücklicher schätze ich mich, dass wir so tolle Kinder haben nebst Freunden und Freundin, die öfters an mich denken. Mal bekomme ich bei facebook einen Foto  geschickt, sind gerade da und dort und guck mal, welche Kekse möchtest du denn gerne? Oder sie bringen mir welche mit. Da freue ich mich riesig.

Hach ja…..und gaaaaaaaaaaaaaaaaaaaanz oft vermisse ich sie alle und hätte sie gerne öfters hier.

 

08.11.2018

Ein sehr aufregender Nachmittag. Möchte es nur kurz festhalten und mich nicht weiter äüßern. Krankenwagen. Notarztwagen. Feuerwehr. Konnte helfen durch einen Anruf und einfach nur, weil ich da war.

30.10.2018

Daran muß man sich hier auch gewöhnen. Für uns ein sehr frühzeitiger, erster Schnee.

Nach diesem „Schock“ und dem guten Gefühl, er bleibt noch nicht liegen verwöhnt uns das Wetter zur Zeit mit angenehmen Temperaturen und strahlendem Sonnenschein. Die „Ruhe vor dem Sturm“? Der Winter wird kommen, so oder so und somit genießen wir jetzt noch diese schönen Tage (7.11.2018).

 

Zum Leben in Weidelbach gehört Hauberg, Hauberg machen und natürlich jede Menge Holz zum Heizen für die kalten Monate. Was genau Hauberg bedeutet kann jeder im Internet nachlesen. Ich freute mich auf Holzfeuerung, aber bevor wir einlagern konnten mußte erst der Stall entrümpelt und aufgeräumt werden. Das zog sich hin. Doch jetzt sind wir ersteinmal versorgt. Es wird nicht den ganzen Winter über reichen, so viel Lagerraum haben wir noch nicht. Muß noch einiges entsorgt werden. Schön kuschelig ist es, wenn abends der Kamin brennt. Aber wir sind noch in der Phase herauszufinden, wie die genaue Einstellung sein muß bezüglich optimaler Verbrennung.

Kirche und Gabi

Schwieriges Thema. – Schon KleinGabi hinterfragte für sich, wie es sein kann, dass ein Mensch Sonntags von Gott und Liebe etc. predigte, vor dem Essen aus der Bibel vorlas,  nach dem Essen betete  und zu Hause seine Kinder mit einem Ledergürtel blutig schlug. Mit meiner Oma ging ich öfters nach Rossbach. Versammlung nannte es sich glaube ich. Wie fanatisch sie dort von Weltuntergang und dem jüngsten Gericht in naher Zukunft erzählten, Angst verbreiteten gerade für so ein Sensibelchen wie mich. Bin ganz oft nachts aufgeschreckt weil ich davon träumte. Religionsunterricht in Haiger war genau so schrecklich. Vergesse nie, wie ein Mitschüler so heftig auf den Hinterkopf geschlagen wurde, dass ich später immer zusammenzuckte vor diesem Menschen, kam er in meine Nähe. Ich erinnere mich, dass ich, bei meiner Oma in der Küche einmal ausspuckte: “ Er…..ist auch nur Pfarrer geworden, weil er viel Geld verdient.“ Ich wurde getadelt:“Bist du still“, und nach draußen geschickt. Wo ich das mal aufgeschnappt hatte, weiß ich nicht mehr. Hab’s nur nachgeplabbert. Konfirmantenunterricht und Kirchenbesuche. Für mich damals nur ein notweniges Übel. In keinster Weise interessiert. Wir mußten eine gewisse Anzahl von Kirchenanwesenheit nachweisen. Da gab es so ein Büchlein wo der Pfarrer nach Schluß unterschrieb. Ich wußte ungefähr bei welchem Pfarrer die Predigt nie lange dauerte, er war mein Favorit. Unser Pfarrer wohnte in Roßbach. War die Straße von dort nach Weidelbach gesperrt, fiel unser Unterricht aus. Er war nicht gewillt über Rodenbach, Offdilln zu uns zu fahren. Konfirmation. Gut, dass  nur die 10 Gebote abgefragt wurden. Mit Erklärungen wäre ich sicher durchgerasselt. Falls das möglich gewesen wäre. Hochzeit kirchlich. In Griesheim. Ich wollte immer in Jeans und Turnschuhen heiraten. Und im Römer. Ohho, dies wäre bei meiner Schwiegermutte niemals möglich gewesen. Damals war ich auch noch sehr fremdgelenkt. Kinder. Keines unserer Kinder ist getauft und somit auch nicht konfirmiert. Austritt aus der Kirche. Wann genau, weiß ich nicht mehr. Es war zu der Zeit, als unser zuständiger Pfarrer auch gleichzeitig unser Nachbar war. Davon in Kenntnis gesetzt kam er gleich zu uns rüber, besorgt, ob unsere Entscheidung irgendetwas mit ihm zu tun hätte. Wir konnten ihn hoffentlich beruhigen. Heute sind wir immer noch bei facebook befreundet. An für sich hat sich Gabi dann doch zu einer fleissigen Kirchenbesucherin entwickelt, die gleich auf jede Kirche zustürmt, die sie entdeckt. Guckt, ob geöffnet und im Inneren verschwindet. Architektur und Kunst gilt meine besondere Interesse. Manche Kirchen strahlen eine wunderschöne Atmosphäre aus, andere sind düster und unheimlich. Und dann gibt es den Fuldaer Dom, aus dem ich nach draußen rannte kaum dass ich ihn betreten hatte. Der Prunk und Protz den ich vorfand schien mich zu erschlagen. Grauenvoll. Geschichte und Religion (evanglischer und katholischer Glaube) Damit hab ich mich ganz intensiv auseinandergesetzt. Durch meine Liebe zur Kunst, Architektur, Antike,  Mittelalter, Italien und begeisterte Leserin wurde ich öfters mit dieser Problematik konfrontiert. Ging es da wirklich nur um den Glauben? All die Kriege im Namen Gottes? Wie schaut es heute aus? Für mich sind Gaube und Kirche zwei Paar verschiedene Schuhe, von denen ich das Paar Kirche für mich nicht benötige. Gaaaaaaaaaaaaaaanz früher wollte ich immer einmal für ein paar Tage in ein Kloster. Mir sind in meinem Leben nicht viele Mönche oder Nonnen begegnet, aber in deren Nähe habe ich mich wohlgefühlt. Warum, kann ich nicht wirklich beschreiben. Aber jene, die ich traf hatten alle diese besonder Ausstrahlung von Güte, Wärme und Zufriedenheit. Wir fuhren immer gerne ein paar Tage nach Maria Laach.

 

3.11.2018 Frost. Laut Hans sollte es eigentlich wärmer werden, um so überraschter war ich, als ich heute in der Frühe auf den Thermometer schaute und Minusgrade erblickte. Gleich den Kamin gefüttert. Wir warten immer noch auf unseren Küchenherd. Mit einem Ofen das ganze Haus wärmen wird nicht mehr lange funktionieren. Dabei wurde uns ja schon einer geliefert, der, wie bei genauerem Betrachten, leider beschädigt war und wir die Annahme verweigerten.

Mittags war herrlicher Sonnenschein und ich spazierte mit den Vierbeinern durch die Struth. Dieses Mal nicht rechts rum zum Schwimmbad sondern links und dann durch die Harth. Kurze Rast auf der Bank bei meiner Mutter, dann ging es nach Hause.

30.10.2018

Der erste Schnee. Viiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiieeeeeeeeeeel zu früh meines erachtens 🙂 Leider kann ich im Moment keine Fotos hochladen. Mir wird immer eine Fehlermeldung angezeigt 🙁 .

Manches Mal hilft das Jammern. Kaum getippt ein letzter Versuch und siehe da. Es funktionierte 😀

28.10.2018

Premiere. Obwohl in Weidelbach geboren habe ich hier nie gewählt. Das wurde heute nachgeholt. Ergebnisse kann man unter nachstehendem link einsehen. Nach unten scrollen und es werden die einzelnen Stadtteile aufgeführt. War für uns sehr spannend, wie die Wahl speziell in Weidelbach ausging.

http://www.wahl.haiger.eu/ltw2018.html

 

27.10.2018

Heute waren wir in der Haigerer Stadthalle. Mama hatte zu ihrem Geburtstag eingeladen. Schade, aber es war viel zu laut, es dauerte Ewigkeiten, bis unser Essen kam, die Stühle standen viel zu eng, Hans und ich hatten Grillteller. Das Fleisch war zu zäh und zu salzig. Uns hat es überhaupt nicht geschmeckt.  Anderen waren zufrieden. Da hatten wir wohl das falsche Gericht ausgesucht. Die Atmosphäre in der Lokalität erinnerte uns eher an eine Bahnhofsgaststätte, wir werden sicher nie wieder dort einkehren. – Und Gabi mag keine Sprühsahne. Wenn schon ein Becher Vanilleeis mit heißen Himbeeren, wo das Eis keinen Deut besser ist als das Billigeis aus dem Discounter erwarte ich für 5.00€ wenigstens richtige Schlagsahne. Gabi ist pingelig und will für ihr Geld, in diesem Falle das meiner Mutter, Qualität anstatt Quantität.

 

22.10.2018

Ich habe kurz überlegt, in welche Rubrik ich es unterbringe. Teils sind es Erinnerungen, teils „Daily Life“. Eine meiner ersten Fragen schon während des Umzuges: „Ist das samstags Kehren der Straßenbordsteine immer noch angesagt?“ „Eigentlich schon, aber das macht jeder so, wie er will.“ Gabi wollte und es macht ihr sogar Spass. Ganz im Gegensatz zu meinen Pflichten aus Kindertagen. Unwillig erledigte ich diese Tätigkeit so wie ich alles unwillig tat, was mir aufgetragen wurde. Zurückblickend gab es keinen Grund dafür, da ich wirklich nicht viel tun mußte. Bis auf das Kehren war es noch die Treppe, die es zu putzen gab, in den Hauberg, in die Heidelbeeren und Sonntags das Geschirr abtrocken. Wurde ganz schön ausgebeutet 😀 .Oh, ich vergaß den Kartoffelacker! Nach Kartoffelkäfer suchen, Kartoffeln einsammeln und , was ich nie vergessen habe: Meine Oma holte sich bei Paulenz eine Kuh um…….eggen, pflügen, ernten ? Das weiß ich jetzt nicht mehr so genau. Was mir aber noch lebhaft in Erinnerung blieb ist, dass ich diese Kuh führte, sie mir einmal auf dem Fuß stand und es höllisch weh tat. Da, wie oben beschrieben, ich auch hier nur murrend mithalf, war dies für mich das Tüpfelchen auf dem i, was mir allerdings auch nichts nutze. Es ging weiter. Ganz oft, wenn ich mich erinnere, muß ich schmunzeln über, wie gerade jetzt, Kind Gabi 🙂 . Und man mag es kaum glauben, es gab‘ doch tatsächlich etwas, welches ich liebend gerne tat. Rasen mähen. Erst noch mit diesem rollenden Handbetriebsrasenmäher, später dann ein Benziner. Und wir hatten schon eine größere Fläche hinter und neben meinem Elternhaus. In Preungesheim wurde elektrisch gemäht. Und jetzt haben wir eine kleine Wiese. Das eine Mal noch mit Nachbars Mäher werden wir uns dann im Frühjahr einen mit Akku kaufen. Da freue ich mich drauf, obwohl, zwecks Insekten und anderem Getier ich ihn bestimmt nicht zu oft mähen werde.

 

 

 

20.102018

Ein klitzekleiner Teil meines Lebens besteht momentan darin, wie ich all das anfallende Altpapier ( kaputte Umzugskartons, leere Amazon-Kartons und leere Dachboden-und Kellerfundkartons, Werbezeitschriften und sonstiges Papier), bei 4-wöchiger Leerung der Tonnen, unterbringe. Ein Teil ist schon öfters bei meiner Mutter entsorgt worden.

Es fing harmlos an mit einer Haigerer Zeitung, inliegend Werbeprosekte,samstags in unserem Zeitungskasten. Schön, dachte ich, kann man ja mal reingucken (reinschauen). Es mögen zwei-drei Wochen vergangen sein und wir hatten schon zwei, weitere zwei-drei Wochen später drei und heute sage und schreibe vier gleiche Zeitungen im Kasten und die Papiertonne, wie hätte es ander sein können, mal wieder voll bis zum Gehtnichtmehr. Ich war leicht stinkig.

Ein Vorteil vom Dorf gegenüber der Stadt ist, dass jeder jeden kennt (was natürlich auch sehr nachteilig sein kann 🙂 ) . Ein Anruf und ich wußte so ungefähr wo mein Zeitungsausträgerjunge (ich hatte ihn schon einmal gesichtet) wohnt. Drei meiner und eine der doppelten Zeitungen meiner Nachbarin im Gepäck ging ich los. Unterwegs traf ich D. (ich werd‘ die wirklichen Namen nicht benutzen) und fragte genauer nach. Das Haus bekam ich gezeigt, ging hin, klingelte und genau die richtige Person öffnete mir. Ich drückte ihm die ungewollten Schriften in die Hand mit den Worten: „Eine, ich brauche nur eine!“ Er fragte nach unserer Straße und Hausnummer die ich ihm nur zu gerne mitteilte. Bin mal gespannt, was ich nächsten Samstag vorfinde 😀 .

Nachtrag: Am Samstag hatte ich nur „Eine“ Zeitschrift im Kasten :).