Leben in Weidelbach

19.2.2019 Wir haben wieder einen Hausarzt. Im Nachbarort. Nachdem wir uns schon vor Tagen bei den Sprechstundengehilfinnen vorgestellt und um einen Arzttermin gebeten hatten, waren wir am frühen Morgen dort. Was auffällt: Freundliche Atmosphäre, hilfsbereite und kompetente Angestellte. Lachen. Wir füllten einen Fragebogen aus und kurz nach Abgabe ging es zum Arzt. Was soll ich sagen. Er strahlt Ruhe aus, hört zu. Berät und untersucht. Wir Beide fühlen uns gut aufgehoben. Und als Kind und junge Frau war ich Patientin bei seinem Vater .Bezüglich meines Rückens bekam ich eine Überweisung zum Orhtophäden. Auch hier erhielt ich zügig einen Termin. 6.3. in Herborn.

16.2.2019 Wenn nicht mitten Februar könnte Frau meinen, der Frühling stände vor der Tür. Nachts noch frostig werden wir am Tage mit blauem Himmel und wärmender Sonne verwöhnt.

 

12.2.2019 Lecker! Diese „Orginal Frankfurter Rindswürstchen“ bekamen wir zu Weihnachten geschenkt. Haben super geschmeckt. Kein Vergleich zu denen, die wir ansonsten kaufen.

10.2.2019 Sonnenaufgang

Da ich mich noch immer nicht mit den Flurbezeichnungen auskenne habe ich den Tipp bekommen mich einmal bei der Bushaltestelle umzuschauen. Dort fand ich eine Tafel mit allen Namen, einmal auf „deutsch“ 😀 und einmal im „Weidelbacher Dialekt. Abfotografiert und nun mal etwas genauer studieren.

 

21.1.2019 Kalt. Die Temperaturen heute am frühen Morgen:

18.1.2019 Winterlandschaft

 

Zum Leben in Weidelbach gehört natürlich auch Krankheit und Tod. Immer schon gerne davor gedrückt, weil ich so sehr mitleide konfrontiere ich mich jetzt ganz bewusst mit dieser Thematik. So fuhr ich am 21.1. mit meinen beiden Tanten nach Herborn um meinen Cousin zu besuchen. Nach seinem Schlaganfall liegt er im „Haus des Lebens“ als Pflegefall. Durch Gespräche wußte ich, dass es ihn ziemlich hart getroffen hat. Ob er immer alles mitbekommt, was so um ihn herum vorgeht, ist ungewiss. Auch hat man ihm ein Bein abgenommen. Ich war auf das Schlimmste gefasst und bereute schon, dass ich so sehr gedrängt hatte, ihn besuchen zu wollen. Ich blieb standhaft und sagte meiner Tante zu, als sich mich fragte, ob ich an diesem Tag Zeit hätte. Als wir sein Zimmer betraten war ich überrascht, wie „normal“ alles aussah. Ich ging zu ihm hin, fragte, ob er mich noch kenne? Mit ganz wachen Augen sah er mich an, schien sich aber nicht zu erinnern, Ich erzählte ihm, wer ich bin und erzählte ihm von früher, als wir Kinder waren und Forellen zusammen im Bach gefangen haben. Es kam ein „Ja, ja“ und ich war mir sicher, dass er nun wußte wo er mich hinstecken mußte. Aber je länger wir blieben um so unsicher wurde ich mir, da bei allem, was wir sagten oder fragten dieses „Ja, ja“ von ihm kam. Mehr nicht als diese beiden Worte. Durst hatte er. Trank 1 1/2 Flaschen Wasser und als er ein Stückchen Kuchen bekam hatte er es fast schon gegessen ehe es derPfleger abstellen konnte. Meine Gedanken schlugen Purzelbaum. Bekommt er nicht genug zu trinken? Hat er Hunger? Kann er sich überhaupt bemerkbar machen, wenn nötig? Wie ist es immer nur liegen zu müssen und warten, bis jemand kommt der nach einem schaut? Wie ich erfuhr wird er schon manchmal in einen Rollstuhl gesetzt und nach draußen gefahren. Balkon, Aufenthaltsraum, Stadt. Der Gedanke so hilflos und so abhängig in allen Belangen von anderen Menschen zu sein ist erschreckend und traurig und aufgewühlt verließ ich dann später mit meinen Tanten diese Einrichtung. Mir tut es unendlich leid und ich finde nicht die richtigen Worte um das auszudrücken wie ich mich nach diesem Besuch fühlte. Diesen Menschen mit dem ich so schöne Kinheitserinnerungen habe so zu sehen hat mich tief getroffen.

Am frühen Morgen stand der Notarztwagen mit Blaulicht vor der Tür unserer 89 jährigen Nachbarin. Verdacht auf einen Schlaganfall der sich im Krankenhaus auch bestätigte. Ein leichter und sie hat so weit ich bisher weiß, keine Einschränkungen. Sie ist zur Zeit bei ihrer Tochter.

Unterwegs mit den Hunden wurde mir von einem weiteren Schlaganfall berichtet, der weitaus schlimmer verlief. Genaues weiß ich noch nicht, außer, dass er halbseitig gelähmt ist und auch nicht schlucken kann. 

Sonntags bekam ich einen Anruf, dass die Mutter einer meiner Jugend- und immer noch Freundinnen gestorben ist. Ich rief sie an um ihr mein Beileid auszusprechen und fragte, wann die Beerdigung ist. Ich hab‘ mit mir gerungen und suchte für mich nach einer plausiblen Erklärung nicht hingehen zu müssen. Und vorher auch noch in die Kirche. Nun, ich konnte die Kirche auslassen und nur mit auf den Friedhof gehen. Ginge das überhaupt in meiner weißen Winterjacke? Hans meinte nein, ich solle mir etwas Schwarzes kaufen. Da ich ja eine Ausrede suchte, erwiderte ich, dass ich mir jetzt keine kaufen werde. Meine Mutter, die gerade hier war sagte dann, sie hätte noch eine schwarze Jacke, die mir auch tatsächlich passte als ich sie später anprobierte und sie schlußendlich mitnahm. Am Donnerstag Mittag nach dem Essen began ich mich umzuziehen, fertig zu machen und anscheinend trödelte ich, da ich erst kurz vor dem Gottesdienst fertig wurde und ich Hans bat, mich hinzufahren. Ich war Letzte, die Kirche voll. So mußte ich ganz nach vorne, wo ich noch ein Plätzchen fand und hatte das Gefühl, halb Weidelbach starrt auf mich. Ich bekam ein Blättchen in die Hand wo ich beim näheren Betrachten fünf Lieder fand die wohl alle gesungen werden wollten. Das kann dauern war mein Gedanke beim Lesen. Was mir gefiel? Ich kannte zwei der Lieder. Na, da hatte ich früher doch so einiges auswendig gelernt. Während der Predigt schaute ich mich ein wenig um. Viel oder fast gar nichts hatte sich geändert seit ich das letzte Mal, gute zwanzig Jahre her, bei der Trauerfeier meines Vaters, in dieser Kirche war. Während meiner Betrachtung der Räumlichkeit hörte ich der Predigt zu und stutzte, als ich vernahm, dass laut dem christlichen Glauben die Toten erst am „Jüngsten Gericht“ auferweckt werden und dann in den Himmel kommen. Hatte ich ganz anders in Erinnerung aus meiner religiösen Unterrichtstagen während meiner Kinder- und Jugendzeit. Sterben und in den Himmel bzw. Hölle kommen, so kannte ich es. Erwachsen und beinahe 63 Jahre alt kann ich mit beiden Begriffen nichts mehr anfangen in Bezug auf Glauben.

Ich saß neben einer lieben Frau, die ich in guter Erinnerung hatte und mit ihr ging ich dann auch gemeinsam zur Bestattung auf den Friedhof. Anschließend ging es in das Gemeindehaus zum Kaffee trinken. Ich überlegte kurz und ging mit. Hier traf ich zwei weitere gute Bekannte aus meiner Jugendzeit mit denen ich mich ausgiebig unterhielt. Der Anlass war traurig, dennoch genoß ich diese Gespräche. Wieder zu Hause war ich froh, dass ich mich überwunden hatte und auch ein wenig stolz auf mich. Wer mich kennt, so richtig, weiß, dass dies ein enormer Schritt für mich war. Was für andere oft selbstverständlich ist für Gabi oft ein Unterfangen.

Meine Nachbarin, die nach ihrem leichten Schlaganfall noch bei ihrer Tochter verweilt habe ich mittlerweile auch besucht.

 

 

18.01.2019 Frau gönnt sich ja sonst nichts 😀 .

Edeka Haiger. Fischtheke. Schillerlocken. Immer einmal gerne gegessen(ja ich weiß, solllte eigentlich nicht gekauft werden), spürte ich ein riesiges Verlangen. 5.99 € las ich und nach meiner Frage, ob ich eine ganze nehmen müßte, sie waren echt riesig, meinte Hans, dass er mitessen würde. Gut. Ich liess mir eine einpacken und guckte zufällig auf das Preisschild. Schock. Hätte ich eher mal genauer geguckt. 59,90 € das Kilo. Glaube, dies war der teuerste Fisch den ich je gekauft habe.

 

17.01.2019 Wie man lesen kann haben wir mittlerweile Januar 2019. Silvester haben wir die Ruhe genossen und wie üblich unser Rippchen mit Kraut verspeist. Fühlte mich nicht so besonders und siehe da, ich hatte Fieber. So ging ich nur kurz raus mit Hans und ich muß sagen, es war sehr schön, was uns Weidelbach und der Himmel boten. Wie sicher schon bemerkt liebt Gabi Feuerwerk und läßt sich das auch durch nichts vermiesen. Und die ewigen Sprüche der ach so armen Tiere, ob drinnen oder draußen, kann ich einfach nicht mehr hören und bin das so etwas von leid. Hab‘ bei facebook so einen Feuerwerkshasser und sich selbst ernannten Tierfreund nach Fotos gefragt die belegen, dass hunderte von Vögeln tot von den Bäumen fallen, Wild in Panik durch die Wälder rennt usw. Ich bekam noch nicht einmal eine Antwort. Ein Thema, welches ich nicht weiter ausführen möchte, da es mir einfach zu dumm ist. Diese verweichlichten Menschen nebst ihren Tieren sind mir ein Gräuel. Und ja, ich kenne TierbesitzerInnen, die nebst ihren Vierbeinern unter dem Tisch hocken und selbst so viel Angst haben und diese natürlich auf das Tier übertragen.

 

Da es tagsüber regnete machte ich mir auch keine all zu großen Gedanken um die Fachwerkhäuser nebst Dächern.

28.12.2018

Naturschauspiel auf unserer Fahrt nach Ewersbach.

28.12.2018 Heute ist der Geburtstag meines Vaters. Immer wieder vorgenommen und doch nie getan gingen wir heute zum Friedhof an sein Grab. Wir hielten uns nicht lange auf. Ich führte noch nicht einmal ein Zwiegespräch mit ihm. Liebe Menschen, die gegangen sind, liegen für mich nicht dort unten in der Erde. sie sind verankert in meinem Herzen. Aus diesem Grund ist ein Friedhofsbesuch für mich nicht wirklich wichtig. Nah kann ich sein in Gedanken, wo auch immer ich mich aufhalte.

Wir gingen dennoch entlang aller Gräber und entdeckten doch einige Namen von Personen, die auch wir noch gut gekannt haben.

Wir standen vor dem Grab von Caroline (Karola). Wir haben in unserer gemeinsamen Zeit in Frankfurt viel zusammen unternommen. Es gibt Tage an denen ich sie noch immer sehr vermisse.

 

26.12.2018 Sonnenaufgang im Nebel

 

26.12.2018

Samstag , 22.12. trafen die Ersten ein. Montag, 24.12. der Rest der Familie 🙂 . Es war aufregend und spannend. Ich natürlich schon eine Woche vorher sehr angespannt, ob alles so klappt wie gedacht. Zwei letzten Nächte nicht wirklich gut geschlafen, aber das kennen wir ja von Gabi, die sich immer viel zu viele unnötige Gedanken macht 🙂 . Montag Mittag waren wir alle versammelt, haben geredet, Vorbereitungen zum Abendessen getroffen. Es gab, wie immer, Kartoffelsalat, Nudelsalat und Rindswürstchen. Die verbliebene Zeit bis zum Abend verbrachten wir mit spielen. Da alle recht hungrig wurde diesmal vor der Bescherung gespeist. Zum Dessert gab es Eis mit heißen Himbeeren.  Nachdem alle Päckchen ausgepackt und einiges ausprobiert wurde spielten wir alle zusammen Phase 10. Ich war hellauf begeistert. Spiele ich doch leidenschaftlich gerne Gesellschaftsspiele. Denke es war so um die Mitternacht als wir uns alle so langsam nach oben begaben zum Schlafen. Guckte noch einmal bei den Kindern rein und fand es so schön, dass sie alle zum Übernachten blieben. Wann hatten wir dies das letzte Mal? Da wohnten wir noch zusammen in Frankfurt.  Es ist fantastisch jetzt sio viel Platz zu haben, der uns ermöglicht sie auch für einen längeren Besuch zu bewirten. Hach ja, es könnte diesbezüglich immer Weihnachten sein 🙂 . Persönliche Fotos gibt es nicht. Da respektiere ich den Wunsch, keine Fotos von ihnen in das Internet zu stellen.

Am 25.12. gab es noch ein gemeinsames Frühstück welches sich zu meiner Freude bis zum Mittag ausdehnte. Dann hiess es schon wieder Abschied nehmen.

16.12.2018 Erster Schnee :).

15.12.2018

Ha. Schon letzten Samstag zwei Sonntags-Zeitungen und heute auch. Mal wieder leicht stinkig hab‘ ich sie zurückgebracht. Da niemand zu Hause habe ich sie vor der Tür abgelegt. Mal sehen, wer von uns Beiden die meiste Geduld hat 😀

07.12.2018

Seit wir in Weidelbach wohnen rennt für mich die Zeit noch schneller vorbei als jemals zuvor. Es ist ruckzuck Abend und nach dem Essen, kaum das man sich ein wenig hingesetzt hat, sagt mir ein heftiges Gähnen: Gabi, du bist müde. Stricke noch ein wenig und schau‘ mir meistens einen Film dabei an. Ja und dann ist es in nullkommanix 22.00 Uhr, 23.00 Uhr, Mitternacht und ich habe ständig das Gefühl, nichts wirklich auf die Reihe gebracht zu haben. Wie hat das alles nur früher geklappt? Drei Kinder, Beruf, Haushalt, Garten, viel Platz um unseren Pavillion und meine Hunde. Multitasking funktioniert nicht mehr wirklich 🙁 .

05.12.2018

Mein erster Gang morgens: Wohnzimmer, Ofen, Aschekasten leeren. Und dazu muß ich raus. Heute morgen hatten wir Frost und einen wundeschönen Himmel.

20.11.2018

Schnee

Meine fleischfressende Pflanzen und Kräuter unter einer Schneedecke.

Erster Spaziergang im Schnee.

15.11.2018

Heute die letzte Erdbeere geerntet. Wirklich geschmeckt hat sie nicht mehr.

Seit unserem Urlaub in Schottland gehört Shortbread zu meinem Leben und wann immer ich es irgendwo entdecke kann ich nicht wiederstehen 😀 . Nun, selbst in Frankfurt fand ich selten die Gelegenheit und hier ist es gaaaaaaaaaaaaaaaanz schlecht bestellt mit meinen Lieblingskeksen. Um so glücklicher schätze ich mich, dass wir so tolle Kinder haben nebst Freunden und Freundin, die öfters an mich denken. Mal bekomme ich bei facebook einen Foto  geschickt, sind gerade da und dort und guck mal, welche Kekse möchtest du denn gerne? Oder sie bringen mir welche mit. Da freue ich mich riesig.

Hach ja…..und gaaaaaaaaaaaaaaaaaaaanz oft vermisse ich sie alle und hätte sie gerne öfters hier.

08.11.2018

Ein sehr aufregender Nachmittag. Möchte es nur kurz festhalten und mich nicht weiter äüßern. Krankenwagen. Notarztwagen. Feuerwehr. Konnte helfen durch einen Anruf und einfach nur, weil ich da war.

30.10.2018

Daran muß man sich hier auch gewöhnen. Für uns ein sehr frühzeitiger, erster Schnee.

Nach diesem „Schock“ und dem guten Gefühl, er bleibt noch nicht liegen verwöhnt uns das Wetter zur Zeit mit angenehmen Temperaturen und strahlendem Sonnenschein. Die „Ruhe vor dem Sturm“? Der Winter wird kommen, so oder so und somit genießen wir jetzt noch diese schönen Tage (7.11.2018).

Zum Leben in Weidelbach gehört Hauberg, Hauberg machen und natürlich jede Menge Holz zum Heizen für die kalten Monate. Was genau Hauberg bedeutet kann jeder im Internet nachlesen. Ich freute mich auf Holzfeuerung, aber bevor wir einlagern konnten mußte erst der Stall entrümpelt und aufgeräumt werden. Das zog sich hin. Doch jetzt sind wir ersteinmal versorgt. Es wird nicht den ganzen Winter über reichen, so viel Lagerraum haben wir noch nicht. Muß noch einiges entsorgt werden. Schön kuschelig ist es, wenn abends der Kamin brennt. Aber wir sind noch in der Phase herauszufinden, wie die genaue Einstellung sein muß bezüglich optimaler Verbrennung.

Kirche und Gabi

Schwieriges Thema. – Schon KleinGabi hinterfragte für sich, wie es sein kann, dass ein Mensch Sonntags von Gott und Liebe etc. predigte, vor dem Essen aus der Bibel vorlas,  nach dem Essen betete  und zu Hause seine Kinder mit einem Ledergürtel blutig schlug. Mit meiner Oma ging ich öfters nach Rossbach. Versammlung nannte es sich glaube ich. Wie fanatisch sie dort von Weltuntergang und dem jüngsten Gericht in naher Zukunft erzählten, Angst verbreiteten gerade für so ein Sensibelchen wie mich. Bin ganz oft nachts aufgeschreckt weil ich davon träumte. Religionsunterricht in Haiger war genau so schrecklich. Vergesse nie, wie ein Mitschüler so heftig auf den Hinterkopf geschlagen wurde, dass ich später immer zusammenzuckte vor diesem Menschen, kam er in meine Nähe. Ich erinnere mich, dass ich, bei meiner Oma in der Küche einmal ausspuckte: “ Er…..ist auch nur Pfarrer geworden, weil er viel Geld verdient.“ Ich wurde getadelt:“Bist du still“, und nach draußen geschickt. Wo ich das mal aufgeschnappt hatte, weiß ich nicht mehr. Hab’s nur nachgeplabbert. Konfirmantenunterricht und Kirchenbesuche. Für mich damals nur ein notweniges Übel. In keinster Weise interessiert. Wir mußten eine gewisse Anzahl von Kirchenanwesenheit nachweisen. Da gab es so ein Büchlein wo der Pfarrer nach Schluß unterschrieb. Ich wußte ungefähr bei welchem Pfarrer die Predigt nie lange dauerte, er war mein Favorit. Unser Pfarrer wohnte in Roßbach. War die Straße von dort nach Weidelbach gesperrt, fiel unser Unterricht aus. Er war nicht gewillt über Rodenbach, Offdilln zu uns zu fahren. Konfirmation. Gut, dass  nur die 10 Gebote abgefragt wurden. Mit Erklärungen wäre ich sicher durchgerasselt. Falls das möglich gewesen wäre. Hochzeit kirchlich. In Griesheim. Ich wollte immer in Jeans und Turnschuhen heiraten. Und im Römer. Ohho, dies wäre bei meiner Schwiegermutte niemals möglich gewesen. Damals war ich auch noch sehr fremdgelenkt. Kinder. Keines unserer Kinder ist getauft und somit auch nicht konfirmiert. Austritt aus der Kirche. Wann genau, weiß ich nicht mehr. Es war zu der Zeit, als unser zuständiger Pfarrer auch gleichzeitig unser Nachbar war. Davon in Kenntnis gesetzt kam er gleich zu uns rüber, besorgt, ob unsere Entscheidung irgendetwas mit ihm zu tun hätte. Wir konnten ihn hoffentlich beruhigen. Heute sind wir immer noch bei facebook befreundet. An für sich hat sich Gabi dann doch zu einer fleissigen Kirchenbesucherin entwickelt, die gleich auf jede Kirche zustürmt, die sie entdeckt. Guckt, ob geöffnet und im Inneren verschwindet. Architektur und Kunst gilt meine besondere Interesse. Manche Kirchen strahlen eine wunderschöne Atmosphäre aus, andere sind düster und unheimlich. Und dann gibt es den Fuldaer Dom, aus dem ich nach draußen rannte kaum dass ich ihn betreten hatte. Der Prunk und Protz den ich vorfand schien mich zu erschlagen. Grauenvoll. Geschichte und Religion (evanglischer und katholischer Glaube) Damit hab ich mich ganz intensiv auseinandergesetzt. Durch meine Liebe zur Kunst, Architektur, Antike,  Mittelalter, Italien und begeisterte Leserin wurde ich öfters mit dieser Problematik konfrontiert. Ging es da wirklich nur um den Glauben? All die Kriege im Namen Gottes? Wie schaut es heute aus? Für mich sind Gaube und Kirche zwei Paar verschiedene Schuhe, von denen ich das Paar Kirche für mich nicht benötige. Gaaaaaaaaaaaaaaanz früher wollte ich immer einmal für ein paar Tage in ein Kloster. Mir sind in meinem Leben nicht viele Mönche oder Nonnen begegnet, aber in deren Nähe habe ich mich wohlgefühlt. Warum, kann ich nicht wirklich beschreiben. Aber jene, die ich traf hatten alle diese besonder Ausstrahlung von Güte, Wärme und Zufriedenheit. Wir fuhren immer gerne ein paar Tage nach Maria Laach.

 

3.11.2018 Frost. Laut Hans sollte es eigentlich wärmer werden, um so überraschter war ich, als ich heute in der Frühe auf den Thermometer schaute und Minusgrade erblickte. Gleich den Kamin gefüttert. Wir warten immer noch auf unseren Küchenherd. Mit einem Ofen das ganze Haus wärmen wird nicht mehr lange funktionieren. Dabei wurde uns ja schon einer geliefert, der, wie bei genauerem Betrachten, leider beschädigt war und wir die Annahme verweigerten.

Mittags war herrlicher Sonnenschein und ich spazierte mit den Vierbeinern durch die Struth. Dieses Mal nicht rechts rum zum Schwimmbad sondern links und dann durch die Harth. Kurze Rast auf der Bank bei meiner Mutter, dann ging es nach Hause.

30.10.2018

Der erste Schnee. Viiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiieeeeeeeeeeel zu früh meines erachtens 🙂 Leider kann ich im Moment keine Fotos hochladen. Mir wird immer eine Fehlermeldung angezeigt 🙁 .

Manches Mal hilft das Jammern. Kaum getippt ein letzter Versuch und siehe da. Es funktionierte 😀

28.10.2018

Premiere. Obwohl in Weidelbach geboren habe ich hier nie gewählt. Das wurde heute nachgeholt. Ergebnisse kann man unter nachstehendem link einsehen. Nach unten scrollen und es werden die einzelnen Stadtteile aufgeführt. War für uns sehr spannend, wie die Wahl speziell in Weidelbach ausging.

http://www.wahl.haiger.eu/ltw2018.html

27.10.2018

Heute waren wir in der Haigerer Stadthalle. Mama hatte zu ihrem Geburtstag eingeladen. Schade, aber es war viel zu laut, es dauerte Ewigkeiten, bis unser Essen kam, die Stühle standen viel zu eng, Hans und ich hatten Grillteller. Das Fleisch war zu zäh und zu salzig. Uns hat es überhaupt nicht geschmeckt.  Anderen waren zufrieden. Da hatten wir wohl das falsche Gericht ausgesucht. Die Atmosphäre in der Lokalität erinnerte uns eher an eine Bahnhofsgaststätte, wir werden sicher nie wieder dort einkehren. – Und Gabi mag keine Sprühsahne. Wenn schon ein Becher Vanilleeis mit heißen Himbeeren, wo das Eis keinen Deut besser ist als das Billigeis aus dem Discounter erwarte ich für 5.00€ wenigstens richtige Schlagsahne. Gabi ist pingelig und will für ihr Geld, in diesem Falle das meiner Mutter, Qualität anstatt Quantität.

22.10.2018

Ich habe kurz überlegt, in welche Rubrik ich es unterbringe. Teils sind es Erinnerungen, teils „Daily Life“. Eine meiner ersten Fragen schon während des Umzuges: „Ist das samstags Kehren der Straßenbordsteine immer noch angesagt?“ „Eigentlich schon, aber das macht jeder so, wie er will.“ Gabi wollte und es macht ihr sogar Spass. Ganz im Gegensatz zu meinen Pflichten aus Kindertagen. Unwillig erledigte ich diese Tätigkeit so wie ich alles unwillig tat, was mir aufgetragen wurde. Zurückblickend gab es keinen Grund dafür, da ich wirklich nicht viel tun mußte. Bis auf das Kehren war es noch die Treppe, die es zu putzen gab, in den Hauberg, in die Heidelbeeren und Sonntags das Geschirr abtrocken. Wurde ganz schön ausgebeutet 😀 .Oh, ich vergaß den Kartoffelacker! Nach Kartoffelkäfer suchen, Kartoffeln einsammeln und , was ich nie vergessen habe: Meine Oma holte sich bei Paulenz eine Kuh um…….eggen, pflügen, ernten ? Das weiß ich jetzt nicht mehr so genau. Was mir aber noch lebhaft in Erinnerung blieb ist, dass ich diese Kuh führte, sie mir einmal auf dem Fuß stand und es höllisch weh tat. Da, wie oben beschrieben, ich auch hier nur murrend mithalf, war dies für mich das Tüpfelchen auf dem i, was mir allerdings auch nichts nutze. Es ging weiter. Ganz oft, wenn ich mich erinnere, muß ich schmunzeln über, wie gerade jetzt, Kind Gabi 🙂 . Und man mag es kaum glauben, es gab‘ doch tatsächlich etwas, welches ich liebend gerne tat. Rasen mähen. Erst noch mit diesem rollenden Handbetriebsrasenmäher, später dann ein Benziner. Und wir hatten schon eine größere Fläche hinter und neben meinem Elternhaus. In Preungesheim wurde elektrisch gemäht. Und jetzt haben wir eine kleine Wiese. Das eine Mal noch mit Nachbars Mäher werden wir uns dann im Frühjahr einen mit Akku kaufen. Da freue ich mich drauf, obwohl, zwecks Insekten und anderem Getier ich ihn bestimmt nicht zu oft mähen werde.

20.102018

Ein klitzekleiner Teil meines Lebens besteht momentan darin, wie ich all das anfallende Altpapier ( kaputte Umzugskartons, leere Amazon-Kartons und leere Dachboden-und Kellerfundkartons, Werbezeitschriften und sonstiges Papier), bei 4-wöchiger Leerung der Tonnen, unterbringe. Ein Teil ist schon öfters bei meiner Mutter entsorgt worden.

Es fing harmlos an mit einer Haigerer Zeitung, inliegend Werbeprosekte,samstags in unserem Zeitungskasten. Schön, dachte ich, kann man ja mal reingucken (reinschauen). Es mögen zwei-drei Wochen vergangen sein und wir hatten schon zwei, weitere zwei-drei Wochen später drei und heute sage und schreibe vier gleiche Zeitungen im Kasten und die Papiertonne, wie hätte es ander sein können, mal wieder voll bis zum Gehtnichtmehr. Ich war leicht stinkig.

Ein Vorteil vom Dorf gegenüber der Stadt ist, dass jeder jeden kennt (was natürlich auch sehr nachteilig sein kann 🙂 ) . Ein Anruf und ich wußte so ungefähr wo mein Zeitungsausträgerjunge (ich hatte ihn schon einmal gesichtet) wohnt. Drei meiner und eine der doppelten Zeitungen meiner Nachbarin im Gepäck ging ich los. Unterwegs traf ich D. (ich werd‘ die wirklichen Namen nicht benutzen) und fragte genauer nach. Das Haus bekam ich gezeigt, ging hin, klingelte und genau die richtige Person öffnete mir. Ich drückte ihm die ungewollten Schriften in die Hand mit den Worten: „Eine, ich brauche nur eine!“ Er fragte nach unserer Straße und Hausnummer die ich ihm nur zu gerne mitteilte. Bin mal gespannt, was ich nächsten Samstag vorfinde 😀 .

Nachtrag: Am Samstag hatte ich nur „Eine“ Zeitschrift im Kasten :).