Dillenburg

 

Diese Seite habe ich schon vor einer Weile erstellt und jetzt einfach mit der Weidelbacher-Seite verlinkt.

In Dillenburg habe ich die Kaufmännische Berufsschule besucht. Da ich mir keine Jahreszahlen merken kann, lass ich sie einfach mal weg. Obwohl…….1975 geheiratet muss das wohl so ungefähr von 1972-1974 gewesen sein.

Berufsschule

Als erstes fällt mir meine Schwänzerei ein. Anfangs ging das alles noch einigermaßen. Aber nach Umzug in die neu erbauten Räumlichkeiten, Klassenzimmer ohne Fenster und schon auf meinem Ausbildungsplatz das Gefühl eingesperrt zu sein, fühlte ich mich so unwohl, dass es immer wieder und immer öfters vorkam, daß ich überhaupt nicht zum Unterricht ging. Ich schlenderte durch Dillenburg, das Kaufhaus und natürlich zum Gestüt. Manchmal fuhr ich auch nach Haiger. Cafe Steinseifer, eine Tasse Kakao mit Schlagsahne. Ohne Konsequenzen für mich erhielten meine Eltern und mein Ausbildungsbetrieb, Fa. Gerhard Debus, ein Schreiben, in welchem mittgeteilt wurde, dass Frl. Kretzer sechs Wochen am Stück dem Unterricht ferngeblieben sei. Ich bemühte mich, doch eines Tages, kurz nach Unterrichtsbeginn, fühlte ich mich richtig schlecht. Eine Klassenkameradin ging noch mit mir nach draußen……..und dann weiß ich nur noch, dass ich auf einer Liege lag und nicht mehr aufhören konnte zu weinen.

Später schwänzte ich die Berufsschule hin und wieder für ein verlängertes Wochenende in Frankfurt.

Zu meiner Berufsschulzeit gibt es nicht viel zu berichten. Kaum Erinnerungen. Eigentlich mußte ich froh sein, überhaupt in die Lehre gehen zu können und es mag im nachhinein undankbar sein. Aber reine Bürotätigkeit war nie mein Ding. Dazu  irgendwann mehr unter Erinnerungen an Frankfurt. 🙂

20. Mi 2015 Wilhelmsturm

Auf unseren Fahrten nach Weidelbach, meinem Geburtsort, sehen wir immer von der Autobahn aus den Wilhelmsturm. Seit Jahren nehme ich mir vor, ihn noch einmal zu besichtigen und habe es nie getan.  Das letzte Mal muss ich dort gewesen sein zusammen mit Hans, da waren wir noch nicht einmal verheiratet.

Vor ca. zwei Jahren traf ich meine Jugendfreundinnen Doris und Rita. Wir hatten uns ewig nicht gesehen und die Freude war groß. Wir wollten uns das Jahr drauf nochmals treffen, daraus wurde leider nichts. Doris und ich blieben in schriftlichem Kontakt. (Nachtrag: Auch zu Rita habe ich wieder Kontakt. Waren zu Dritt im drauf folgendem Jahr zum Essen im Mühlenhof).

Wir sind ja viel unterwegs doch irgendwann festigte sich in meinem Kopf der Gedanke an den Wilhelmsturm. Eines Tages sagte ich zu Hans: „Weißt du, wenn ich zum Turm gehe, nehme ich Doris mit.“ Ich rief an und fragte, ob sie Lust dazu hätte.“ Hatte sie und heute, am 20.5.2015 war es so weit. Wir holten Doris und meine Mutter in Weidelbach ab und fuhren nach Dillenburg. Hans und meine Mutter gingen Kaffee trinken, Doris und ich zum Turm.

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Parkplatz Wilhelmsturm                               Unter Zwergen bin auch ich mal die Größte.

Gabi hatte mal wieder recherchiert und wir mussten eine dreiviertel Stunde auf die Öffnung der Anlage warten. Den freundlichen Herrn vom Turm darauf angesprochen, dass im Internet andere Öffnungszeiten stehen, also geöffnet ab 13.00 Uhr und nicht ab 14.00 Uhr wurde ich belehrt: „Diese Zeiten gelten für das Villa Grün Museum, nicht für den Turm.“ Gut, Doris und ich betraten das Gebäude, guckten uns um und öffneten die Tür zum Museum. „Oh Gott, nicht schon wieder Wendeltreppen“ stöhnte ich mit den Erinnerungen an den Buxtehuder Kirchturm

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Meine Freundin Doris und meine ach so geliebten Treppen 🙂 .

Wir erreichten die erste Etage und gelangten in einen Raum der nichts interessantes bot. Wir setzten uns kurz dann ging es weiter die Treppen hoch. Eine Tür führte nach draußen. Dieses Mal war ich mutiger. Doris und ich guckten nach unten und blickten zu dem Restaurant wo wir Hans und meine Mutter im Außenbereich vermuteten. Ich rief zwei-dreimal ziemlich laut: „Hans“, und winkte zu dem Mann hin, den ich für Hans hielt. Ein bisschen unsicher war ich schon und fragte Doris, ob das wirklich Hans sei. Anscheinend sind wir beide blind was Entfernungen betrifft. „Nicht Hans“, wie wir später erfuhren, winkte freundlich zurück und ich war stolz auf meine beinahe überwundene Höhenangst.

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Blick auf Dillenburg.

Und weiter die Wendeltreppe hoch erreichten wir den nächsten Raum. Dillenburg2015 041 Dillenburg2015 042

Leider auch hier nichts außer ein paar Bilder und eine einzige Vitrine.

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Blick auf den Parkplatz und auf Dillenburg.

Nächstes Zimmer wieder die gleiche Enttäuschung. Wo waren alle Rüstungen, Waffen, Vitrinen die ich in meiner Erinnerung sehe? Auch schienen mir die Räume damals viel heller und nicht so düster dunkel. Kann es sein, dass ich da irgendetwas durcheinander bringe? Später meine Mutter darauf angesprochen meinte auch sie, es wäre nicht mehr so schön wie früher.

Nun denn, nach einer kurzen Pause entschieden wir uns auch noch die nächsten Stufen zu meistern. Ha, wir hatten Glück. Wir durften nicht ganz nach oben, der letzte Aufgang war gesperrt.

Und dann erging es uns Beiden wie mir damals im Kirchturm. Wir empfanden das Runtergehen der Wendeltreppe weit aus dramatischer als den Weg nach oben. Glücklich unten angekommen zu sein erkundigten wir uns, wo die Führung durch die Kasematten stattfindet. „Sie werden um 15.00 Uhr draußen vor der Tür abgeholt.“ Wir setzten uns auf einen Brunnenrand und verbrachten das Warten mit einem ernsteren Gespräch. Die Zeit verging wie im Flug und unser Führer, wir waren zu Viert, erzählte uns ein wenig, unter anderem und auch, dass die gesamte Tour so ca. eine Stunde dauert. Hmmmm……hoffentlich muss ich nicht zu lange stehen……hoffentlich erzählt er uns keine Romane……ging mir, die Führungen eigentlich nicht mag, durch den Kopf.

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Die Tür zur Löwengrube                                 Der 62 Meter tiefe Brunnen

Das spannende an der Geschichte der Löwengrube ist für mich das Gefängnis. Jan Rubens war für Anne, die Ehefrau Wilhelm von Oranien, als Berater tätig. Selbst verheiratet wurde Beiden eine Affäre nachgesagt und Jan unter Folter zu einem Geständnis gezwungen. Er kam in das Gefängnis der Festung und Anne gebar im gleichen Jahr einen Sohn: Peter Paul Rubens.

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Brunnen mit Ausgang Kellergewölbe.

Weiter ging es zu den Kasematten und mein Inneres rief: „Oh nein!“

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Doris ging es nicht besser. Wir hielten uns gegenseitig fest und gingen die Stufen die abwärts führten. Die Gänge waren manchmal sehr eng, so dass wir nur hintereinander gehen konnten.

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Nach gefühlten Kilometern zwölf Meter unter der Erde waren wir froh Tageslicht zu sehen.

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Doris und ich waren über drei Stunden unterwegs und dementsprechend hungrig und durstig. Wir entschlossen uns in das nur wenig Kilometer entfernte Haiger, ins Café Steinseifer zu fahren.

Mein Fazit vom Tag: Der Wilhelmsturm hat leider meine Erwartungen nicht erfüllt. Ich war enttäuscht. Allerdings waren die Stunden mit Doris so unterhaltsam mit unseren gemeinsamen Ängsten im Turm und in den Kasematten, unseren Gesprächen und viel herzhaftem Lachen. Danke Doris!

Ein einziges Mal möchte ich dennoch nach Dillenburg. Zum Landesgestüt Hessen. Erinnerungen an geschwänzte Unterrichtsstunden verbracht bei den Pferden 🙂 .

Das habe ich in 2017 nachgeholt. Fotos folgen.

 

 

 

 

 

 

 

 

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