Back to the roots – Zurück zu den Wurzeln

Wer hätte dies gedacht. Am wenigsten wohl ich selbst. Und doch ist es Realität. Wir wohnen wieder in Weidelbach.

Wie es dazu kam kurz erzählt: Wir hatten ständig Abwasserschäden in unserer Wohnung in Altenstadt. Von Seiten unserer Vermieterin und Hausverwaltung wurde weiter nichts unternommen als innerhalb von 4 Wochen zwölfmal die Rohrreinigungsfirma vorbei zu schicken, die die Verstopfungen beseitigten. Durch diese Aktionen drang auch in Nachbarskeller und in der gemeinsamen Waschküche Fäkalienverschmutzung ein. Auch dieses wurden ignoriert. Wir hatten es leid, zumal dieses ständige eindringen von Abwasser in die Böden Hans Gesundheit gefährtete. Da Hans schon immer wieder nach Weidelbach wollte, ich mich aber nie mit diesem Gedanken anfreunden konnte, einigten wir uns schließlich darauf, meine Mutter zu fragen, ob wir bei ihr unten einziehen könnten. Da ich genau wußte, wie meine Mutter reagieren würde war ich mir mehr als nur sicher, dass es nicht klappen und ich somit nicht nach Weidelbach zurück mußte. Wir blieben einige Tage mit dem Wohnwagen und es kam genau so, wie ich vorhergesagt hatte. Meine Mutter wollte uns nicht. Nun aber gab es ein Problem. In den wenigen Tagen hatte ich mich bezüglich „Weidelbach wohnen“ komplett gewandelt.  Während ich mit den Hunden unterwegs war oder mir Leute begegneten mit denen ich mich unterhielt; ich fing an, mich wohl zu fühlen. Hans war überglücklich. Wir guckten nach Wohnungen, fanden aber nichts passendes. Weder in Weidelbach noch in der näheren Umgebung. Dann schauten wir uns ein älteres Haus in Weidelbach an in dem viel renoviert werden mußte. Dennoch fanden wir es toll und erzählten ganz begeistert unseren Kindern davon. Hmmmm…….Unser Ältester klang skeptisch am Telefon. „Warum in ein fremdes Haus investieren und nicht in etwas eigenes?“ Die Frage war schnell beantwortet. Wir hatten das nötige Geld nicht und in unserem Alter würden wir auch keinen Kredit mehr für eine so hohe Summe bekommen.

Ich weiß, in der Kürze liegt die Würze 🙂 . Nun denn, wir guckten nach Häuser, die zum Verkauf standen. In Weidelbach waren es zwei. Das ehemalige „Café und das „Helsper Haus“. Wir nahmen Kontakt zu den Verkäufern auf und unsere erste Besichtigung  zusammen mit Sohn nebst Freundin und Hund fand im Helsper Haus statt. Was soll ich sagen, ich war so angetan, dass ich mir noch nicht einmal alle Räumlichkeiten ansah, wie ich später feststellte. Von der Küche blieben die Bodenfliesen in meiner Erinnerung beim späteren Beschreiben unserer ehemaligen Nachbarn und die Treppe hoch links spuckte ich sofort aus: „Das Zimmer kenne ich. Da hat doch Tante Emma gewohnt.“ Ist das nicht fantastisch, wie plötzlich, nach über 50 Jahren, selbst als Helspers noch dort wohnten und ich da ja noch in Weidelbach war, nie mehr an diese Frau gedacht habe und ich sie, Ute und mich in meinen Erinnerungen sofort gemeinsam in diesem Zimmer sah als ich davor stand. Und dann natürlich auch an unseren Handarbeitsunterricht dachte: Topflappen häkeln. Selbst vom Dachboden war ich angetan. Das Haus weckte so viel schöne Erinnerungen in mir………..ich mußte mir die anderen Räume überhaut nicht mehr ansehen um zu wissen, hier gehörst du hin.

Ja, ja, ja…..nach der Kürze und Würze kommt nun die lange Rede und deren Sinn 😀 . Unser Großer hat das Haus gekauft und wir wohnen drinnen.