Hamburg/Buxtehude 11. 4 – 22.4. 2015

 

Stellplätze die wir während unserer Fahrt aufgesucht haben:

1. Seesen 2. Hamburg/Süd 3. Buxtehude 4. Bockenem

Das fängt ja gut an!

Nachdem wir durch die Zimmer sind und sicher waren alles eingepackt und verstaut zu haben fuhren wir am frühen Mittag los.

Da ich mir die genaue Strecke noch einmal anschauen wollte,  fragte ich Hans, wo er den Bordatlas hingetan hatte. Sollte, ich betone „SOLLTE“ hinter mir auf dem Rücksitz liegen. Dort lag aber nur ein Deutschlandatlas vom ADAC. Ansonsten, sagte Hans, hätte er nur noch den Europa Stellplatzführer in der Hand gehabt und der wäre im Wohnwagen. Hmmmm….wir überlegten. Hans fiel ein, dass ihm der Griff vom Tragekorb auf der Treppe gerissen und der Atlas bestimmt unter die Kellertreppe gefallen war. Wir hielten an, vergewisserten uns, dass der Bordatlas nicht doch noch irgendwo lag. Während dessen versuchte ich unsere Nachbarin anzurufen. Ohne Erfolg. Kein Atlas. Keine erreichbare Nachbarin. Wir beschlossen zurückzufahren. Handy klingelte. „Gabbi?“ „Jaaaaaaa. Ich bin’s.  Sei so gut, guck mal, Kellertreppe, Katalog. Liegt er da?“ „Moment, nein, warte..oh….da unten, hinter den Fahrrädern…..hier ist alles so staubig……Bordatlas?“ fragte die gute Seele. „Jaaaaaaaaa.“ Erleichterung meinerseits. Kurz drauf erreichten wir Altenstadt. „Danke. Vielen Dank.“

Ohne weitere Zwischenfälle erreichten wir Seesen. Hier haben wir schon einmal übernachtet (siehe Ost-Nordsee Tour 2014 2. Etappe). Spaziergang im Park gegenüber des Stellplatzes.

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Die  Nacht hatte es heftig geregnet, morgens Bodenfrost. Nach Frühstück und einem drängelten Mann – ansonsten eher umgekehrt – fuhren wir mittags Richtung Hamburg. Obwohl Ferienende war die Autobahn wie leer gefegt und wir kamen stressfrei in Hamburg am Stellplatz an. Hans kümmerte sich um den Wohnwagen, ich ging mit Murphy Gassi. So wie immer. Ich entdeckte den Elbestrand keine 100 Meter entfernt und freute mich ans Wasser zu gehen. Sonntag und gutes Wetter, es war sehr belebt, viele Spaziergänger. Ich sah einen spielenden Hund der mich, schlaksig und tolpatschig mit langen Beinen und Schwanz an meine  Irish-Wolfshounds erinnerte und wusste: Das ist eine junge Dogge. Mit den Besitzern unterhielt ich mich eine Weile und Murphy spielte ausgelassen mit seiner neuen Freundin.

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Beide Hunde hatten Glück. Später entdeckte ich im Sand viele Glasscherben, die ich einsammelte und entsorgte, damit sich niemand verletzt, zumal sich auch spielende Kinder dort aufhielten.

Nun zum Stellplatz. Mein erster Eindruck war nicht der Beste. Außer uns standen dort nur Wohnwagen ohne Nummernschilder. Die öffentliche Toilette sah auch nicht einladend aus. Alles schien ein wenig heruntergekommen. Und dann war da die Bahn und zwei Eisenbahnbrücken in unmittelbarer Nähe. Schön laut. Hans hatte bedenken, dass wir nicht schlafen könnten. „So schlimm ist es doch gar nicht und ich glaube nicht, dass mich das Geräusch fahrender Züge stört.“ Abends wollten wir uns einen Film anschauen, bei normaler Zimmerlautstärke unmöglich. Hans ging schlafen. Einige Minuten später: „Gib mir doch bitte die Küchenrolle“. Hans stopfte sich Papier in die Ohren um überhaupt einschlafen zu können. Ich saß noch ein Weilchen am Rechner und stellte fest je später es wurde um so mehr Züge fuhren. Meist Güterzüge. Fing an zu zählen. Eins- zwei- drei…..schon brauste der nächste heran und gleich darauf einer in die andere Richtung. Manchmal kam ich bis einundzwanzig bevor wieder ein Zug zu hören war. Es war unmenschlich was an Lärm auf uns einströmte. Hans schlief, ich hörte ihn schnarchen. Ob ich mir auch Papier in die Ohren stopfen sollte? Ich versuchte es ohne, lag im Bett und schon hörte ich ihn kommen. Schrecklich. Für mich war es als käme der Zug direkt auf mich zu, so, als läge ich auf, beziehungsweise neben den Gleisen. Stand wieder auf. Rauchte eine Zigarette. Es wurde sehr windig und überall klapperte irgend etwas. Müde. Sehr müde. Ging wieder zu Bett. Morgens gegen 9.00  Uhr wurde ich wach. Hatte tief und fest geschlafen. Mit den vorbei fahrenden Zügen wurde es noch schlimmer. Wir hatten keine andere Wahl, schauten im Bordatlas und entschlossen uns nach Buxtehude zu fahren. Nicht eine Minute länger wollten wir auf diesem Platz bleiben.

Unterwegs auf der B 73 entdeckten wir Lidl und Aldi und etwas später einen Penny. Den hatte ich gesucht. Ich liebe diesen rohen italienischen Schinken und der Mitgenommene war längst verspeist. Mit dem Wohnwagen parken kein Problem.

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Penny ist im hinteren Teil des Gebäudes, ein schöner, großer Laden. Vorne ein Metzger mit warmer Theke, wie für Hans gemacht. Essensstopp für ihn, ich verstaute die Lebensmittel.

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Je näher wir Buxtehude kamen um so näher kamen uns Eisenbahngleise. Wir dachten das Gleiche, Hans und ich. Nicht schon wieder Züge! Wir vertrautem unserem Bordatlas der uns den Stellplatz als sehr ruhig empfahl und ich muss sagen, er hat recht. Es ist 20.35 Uhr und wir haben ein einziges Mal einen vorbeifahrenden Zug registriert. Der Platz ist wirklich sehr schön gelegen. Beim Tippen höre ich die Vögel ihr Abendlied zwitschern. Entspannende Atmosphäre.

Keine Stellplatzgebühren. Für Wohnwagen und Wohnmobile. Strom 1€/kWH, Wasser 1€/100 Ltr., Entsorgung 1€. Hunde erlaubt. Bei Messen und Veranstaltung ist der Platz gesperrt. Informationen bei der Stadt Buxtehude oder im Internet.

Nachtrag zum Platz

Gegenüber befindet sich eine Halle/Saal, in dem wohl Hochzeiten gefeiert werden. Freitag und Samstag Nacht lautstarke Musik, Bässe, die störend empfunden werden.  Ab Mitternacht war es wieder ruhig. Wie man Hans sagte, wird ab 2016 5€ Platzgebühr verlangt. Durchaus akzeptabel.

Einige Fotos vom Platz, der sich idyllisch unter Bäumen am kleinen Flüsschen Este befindet. Anfahrt sehr gut ausgeschildert.

Bummeln durch Buxtehude.

Ein ausgiebiger Spaziergang mit Murphy führte uns in die Fußgängerzone der Altstadt. Ein wenig erstaunt sahen wir vor vielen Läden entweder einen Hasen oder einen Igel. Der Zusammenhang zu dem Märchen Hase und Igel schien uns klar, nur, was hatte das ganze mit Buxtehude zu tun? Nun gut, ich habe recherchiert. Ursprünglich hatte Wilhelm Schröder das Märchen in Bexhövede gehört, etwa 70 Kilometer von Buxtehude entfernt. Gründe, warum er die Handlung in die Buxtehuder Heide verlegt hat, sind nicht sicher bekannt. Seit her ist Buxtehude die Stadt des Hasen und Igel. Der „Has’-und- Igel-Brunnen“ in der Nähe der Ritterstraße. Die Skulpturen stammen aus dem Jahr 1968 von Fritz Fleer. Buxtehude 032   Buxtehude hat eine schöne Altstadt mit vielen kleinen Lädchen, wie gemacht für einen Bummel.

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Bürgerhaus

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Was diese Schweinefamilie für eine Bedeutung hat, konnte ich nicht herausfinden. Buxtehude 056 Buxtehude 057

Aber bei ihm hier wurde ich fündig. Buxtehude 055Der Flethenkieker, ein von dem Künstler Carsten Eggers geschaffene Skulptur, hatte seit 1548 in Hamburg die Aufgabe, die Düpen (Wassertiefen) in der Elbe und in den Fleeten zu überwachen. Hieraus ergab sich der Spitzname: „Flethenkieker“. (Quelle: Buxtehude, schlau wer schon da ist)

Kunst gibt es hier auch. Leider sind die Bilder durch die Spiegelung der Glasscheiben nicht ganz so gut geworden.

Links die Backsteinbasilika, die mit ihrer Gesamthöhe von 75 m das weithin sichtbare Wahrzeichen der Stadt ist. Vermutlicher Baubeginn um 1296 bis Mitte des 14. Jahrhunderts.  Rechts das Rathaus. Nach dem großen Stadtbrand 1911 neu erbaut. Buxtehude 062 Buxtehude 040

Hamburg

Heute, den 14. April hatten wir uns vorgenommen nach Hamburg zu fahren. Zu schauen, wo sich in etwa das Stage-Theater befindet und der Parkplatz. Wir wissen nicht, wie es ansonsten so in Hamburg ist, wir hatten das Gefühl als wäre die Stadt eine einzige Baustelle. Brücke gesperrt, kein Umleitungsschild. Straße endete in einer Baustelle, kein Umleitungsschild. Elbtunnel gesperrt, kein Umleitungsschild. Und unser Navi war wohl schlecht informiert. Er wollte immer wieder dahin, wo es nicht weiter ging. Hans behielt den Überblick und wir fanden, was wir suchten. Am Ende der Straße war ein riesiges freies, sandiges Gelände. Wir holten Murphy aus dem Auto und er flippte total aus. Sand, buddeln, rum toben, er hatte Spaß. Hans und ich froren, es war kalt und windig und trotzdem fantastisch. Wasser und Schiffe! Da geht es mir wie Murphy im Sand. Ausflippen! Freuen!

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Speicherstadt Hamburg

Bis auf die Gebäude erinnerte mich die Speicherstadt an Venedig. So viele Brücken. So viele Kanäle, Fleeten genannt. Allerdings ist die Speicherstadt viel schöner und gepflegter als Venedig. Ich fühlte mich auf vertrautem Boden und wusste nicht warum. Habe überlegt, ob ich vielleicht mal einen Film gesehen oder ein Buch gelesen habe, dessen Handlung sich hier abspielte. Bis jetzt ist mir nichts eingefallen.

Viel wusste ich nicht über die Speicherstadt und habe ein wenig nachgelesen:

Die Speicherstadt, ein Hamburger Wahrzeichen, ist eine der Hauptattraktionen bei der großen Hafenrundfahrt. Gebaut wurde der weltweit größte zusammenhängende Komplex von Lagerhallen ab 1883, fünf Jahre bevor Hamburg seinen Freihafen erhielt. Seit 1991 ist der einzigartige Stadtteil unter Denkmalschutz gestellt. Die Lagerhallen sind auf Eichenpfählen gebaut, und das Viertel ist durchzogen von den sogenannten Fleeten – Kanälen, die je nach Gezeitenstand geflutet sind und dann auch mit dem Schiff befahren werden können(Quelle: Hamburg Tourismus).

Hans und sein Fischbrötchen. Er hatte sich so drauf gefreut und dann hat es nicht geschmeckt :(.

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Im fiel ein, dass wir schon einmal vor -zig Jahren in Hamburg gewesen sind, lange bevor die Kinder geboren wurden und er auf dem Fischmarkt in St. Pauli ein Fischbrötchen gegessen hatte. Es war lustig. Wir wurden so oft gefragt wo was ist, weil die Leute dachten, wir sind Hamburger. Umgekehrt ging es uns nicht anders. Die Leute, die wir nach St. Pauli fragten, waren fremd und ortsunkundig. In etwa die Richtung war das Einzige, was wir erfuhren. Gut, fuhren wir eben in diese Richtung bis wir in einer Wohnsiedlung landeten. Das passte nicht. Umkehren. Entgegenkommendes Auto Lichthupe, das nächste Auto Hupkonzert……Hans fuhr in einer Einbahnstraße und hatte es nicht bemerkt. So schnell wird man zum Geisterfahrer. Alles gut gegangen. Und noch etwas war gut. Wir lasen auf einem Schild St. Pauli-Fischmarkt(links). Das rechte Schild ist schon krass und wir haben es vorher noch nie gesehen. „Waffen verboten“. Wir fragten uns, wo wir gelandet waren. Später beim Betrachten der Fotos habe ich genauer hingeschaut. „Waffen verboten“. Zu ihrer Sicherheit wird der Bereich Reeperbahn videoüberwacht.“ Wir wussten nicht, dass es dort so gefährlich ist.

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Wir parkten auf dem Fischmarkt und erfuhren, dass er nur noch Sonntags stattfindet. Wieder nichts mit einem leckeren Fischbrötchen für Hans.

Ich fotografierte den Hafen…..

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…..und stutzte. Sah ich richtig? War da ein U-Boot?

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Ein Grund für Hans auch seinen Fotoapparat zu holen.Mittlerweile hatte ich herausgefunden, dass man es besichtigen kann. Pro Person 7.00€. Für eine Führung kostet es mehr, aber ich mag lieber selbst alles erkunden. Für mich war es wie ein Abenteuer, zu mal ich noch nie vorher eines gesehen hatte außer in Filmen. Der Einstieg auf der Wendeltreppe war schon spannend und dann befanden wir uns im Inneren.

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Wie erstaunt wir waren. Alles so spartanisch und überall Kabel, Ventile, technische Geräte und Armaturen. Auf den Bildern sieht man, was ich meine.

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Das nächste Bild zeigt eine der beiden Toiletten.

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Genau so erstaunt waren wir über die Messen oder Kammern der Besatzung. Auf den Bildern kann man nicht erkennen, wie beengt sie wirklich sind. Etwa 3 m².

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Und hier die Kombüse, etwa 5 m².

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Die Gänge sind sehr schmal und niedrig. Wir, selbst ich mit meinen 163 cm, sind immer gebückt gegangen, dennoch haben wir uns manchmal die Köpfe angestoßen…….

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….und das Durchschlüpfen der Schleusen ist für Ungelenkige auch nicht immer einfach.

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Wo es reingeht, geht es auch wieder raus

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Über eine Stunde erkundeten wir das  U-Boot. Wieder an der frischer Luft registrierte ich erst, dass wir die ganze Zeit unter Wasser waren :). Oft überfällt mich eine gewisse Beklemmung in Räumen, so etwas wie Platzangst denke ich. Hatte überhaupt keine Gelegenheit darüber nachzudenken wo ich mich gerade befinde da ich so abgelenkt war :).

Ein paar Details zum U-Boot:

Bootsklasse:                   Tango-Klasse(Projekt 641 B)

Baujahr:                           1976

Bauwerft:                         Krasnoe Sormovo in Gorki

Länge:                             90,16 Meter

Breite:                              8,72 Meter

Weitere Informationen im U-Bootsmuseum, St. Pauli Fischmarkt 10, 20359 Hamburg oder im Internet. Das Museum ist ganzjährig geöffnet. (Quelle: Broschüre „Technische Daten zum russischen U-Boot“)

Endlich eine Jet-Tankstelle

Hans bekam zu Weihnachten einen Tankstellengutschein und seither nervt er mich, wo er ihn endlich einlösen kann. Bei jeder längeren Fahrt das gleiche Thema. Wo ist eine Jet Tankstelle? Von Hamburg Süd nach Buxtehude sahen wir gleich drei –  auf der anderen Straßenseite. Keine großartige Gelegenheit die Fahrbahn zu wechseln und so sagte ich: „Macht nichts, wir fahren noch zum Musical nach Hamburg, tank dann.“ Wie weiter oben geschrieben fuhren wir erst einmal um zu gucken, wo sich das Stage Theater befindet. Allerdings hatten wir die Rechnung ohne unseren Navi gemacht, nicht durch das Industriegebiet mit den Tankstellen führte er uns, nein, er hatte es gut gemeint und zeigte uns einen Teil des „Alten Landes“ mit wunderschönen Backsteinhäuser und Anwesen, so wie  Apfelbaumplantagen und Ponyhof. Auf dem Rückweg die gleiche wunderschöne Landschaft, ohne Tankstelle. Einen Tag später holten wir eine Kleinigkeit im Baumarkt und waren uns fast sicher, von hier führt eine Straße zum Gutschein einlösen.

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Wie man sieht, ein leidiges Thema vom Tisch und ein glücklicher Mann :).

Gabi wollte sich eine Rätselzeitung kaufen…..

……und könnte auf diesem Weg noch zwei Ansichtskarten mitbringen, eine für ihre Mutter und eine für ihre Pubertätsfreundin Doris. Ach ja, das Wetter war so schön, der wärmste Tag des Jahres in dieser Region, da konnte man es sich auch gemütlich machen in einem der vielen Straßenkuchenundkaffeeverkaufsläden (ich schreib das jetzt mal so dahin, weil ich gerade nicht weiß, wie ich dieses dumme “  “ über das e bekomme).

Gabi kann manchmal geizig sein, sehr geizig. Sie läuft die ganze Fußgängerzone runter um zu gucken, wo es die billigsten Ansichtskarten gibt um schließlich festzustellen, sie kosten überall gleich viel. Das ist in jeder Stadt so, also nichts Neues.

So kamen wir an der Kirche vorbei die, im Gegensatz zu den Tagen vorher, geöffnet hatte. Ich gehe gerne in Kirchen, die Architektur interessiert mich, die Holzschnitzereien und Gemälde ebenso.

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Turmbesteigung. Melden sie sich bei der Kirchenaufsicht, stand auf einer Notiz. Ich wäre nicht weiter drauf eingegangen, doch als ich ein Kerzchen ansteckte kam eine Frau auf mich zu und drückte mir einen Zettel mit dem Vaterunser in die Hand. Die Kirchenaufsicht? Ja. Wo muss man sich anmelden für den Turm? Nirgends, ich kann ihnen aufschließen, wenn sie das möchten. Nein, ich möchte das nicht, sagte mir meine Höhenangst. Mach es, erwiderte ein anderer Simme. Meine Höhenangst schrie, als mir die nette Frau sagte, dass ihr selbst der Aufgang zu eng sei und sie gespannt drauf wäre ob ich die 96 Stufen schaffe. Pah, was sind schon sechsundneunzig Stufen, sagte mir die junge Gabi, die ich einmal war. Das schaffst du locker. Nach dem ich meine Tasche in Obhut gab mit der Bemerkung: Bitte gut aufpassen, darin steckt all mein Hab und Gut (Geldbeutel, Taschenlampe, Tempo, Taschenaschenbecher, Bürste, Eintrittskarten für Phantom der Oper, mindestens sieben Feuerzeuge, ein Päckchen Zigaretten, Glücksengel, den mir meine Tochter schenkte, ein Handschmeichler, während eines Kuraufenthaltes angefertigt, Handy, Handcreme, zwei Hunde…….beutel, Sodbrennenblocker, diverse Kassenbons, Haustürschlüssel, ein paar Münzen, Stoffelch, auch von meiner Tochter und Bonbons). Hier einen Danke an die Freundin unseres Ältesten die diese schöne große Tasche selbst genäht und mir geschenkt hat.

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Mutig schritt ich zur Tür die mir aufgeschlossen und gleich wieder zugemacht wurde. Ich stand in einem engen Wendeltreppenaufgang mit Stufen so schmal, dass Schuhgösse 38(meine) kaum halt fanden. Nach zwei Stufen mehr recht wie schlecht an einem an der Wand befestigtem Seil festhaltend hatte ich die Nase schon voll. Aufgeben. Nein! Zählen hilf mir oft und so zog ich mich weiter am Strick die Treppe hoch….zwanzig, dreißig, vierzig…..besonders gut habe ich mich nicht gefühlt. Enge Räume und nichts wo mit mich ablenken konnte. Fünfzig, sechzig, siebzig….irgendwo dazwischen machte ich ein Foto.

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Achtzig, neunzig, sechsundneunzig. Ich war oben. Schnaufend, keuchend und ängstlich öffnete ich die Holztür nach draußen. Wie heftig der Wind blies und welche Geräusche er dabei machte. Vorsichtig, mit dem Rücken an der Wand, den Kopf nach vorne streckend guckte ich auf Buxtehude. Eigentlich wollte ich von oben Hans zurufen: „Huhu, hier bin ich.“

Ich getraute mich nicht nach unten zu schauen. In die Ferne reichte es für drei Fotos, dann ging nichts mehr. Rückzug. Die Wendeltreppe runter fand ich noch tragischer als hoch. Unten angekommen war ich fix und fertig. Beine wie aus Gummi. Wollte nur noch raus aus der Kirche. Habe mir schnell meine Tasche geben lassen und mich verabschiedet mit den Worten: „Draußen wartet mein Mann.“ Was ja auch stimmte.

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Hans hatte sich schon gewundert, wo ich bleibe. Mir ging es immer noch nicht wirklich gut und die vielen Menschen um mich herum machten es auch nicht besser. Ich wollte zurück zum Wohnwagen. Den Zweibeinern ausweichend gingen wir durch abgelegene Gassen und ich beruhigte mich langsam wieder. Fast schon vorbei stoppte ich und ging zurück.

Knöpfe

Aus den Augenwinkeln heraus hatte ich Knöpfe gesehen. Die Vorgeschichte:

Knöpfe sind teuer, finde ich. Und da hatte ich eine fertig gestrickte Jacke die sechs davon benötigte. „Kein Problem,“ meinte Hans. „Ich habe einen Besenstiel im Keller, da säge ich Scheiben ab, bohre zwei Löcher durch und du hast deine Knöpfe.“ Über ein Jahr lag der Prototyp ohne durchgebohrte Löcher, also nur eine runde Scheibe Holz, auf der Anrichte neben dem Telefon. Öfters drauf angesprochen bekam ich irgend wann die Antwort: “ Das funktioniert so nicht. Das Holz reißt beim Bohren.“ Hmmmm…. ausprobiert hat er es nie. „Gut, bei nächster Gelegenheit kaufe ich mir welche und wenn sie 5€ pro Stück kosten.“

Bei sonnigem Wetter stand die Ladentür auf und direkt am Eingang rechts hatte ich die Knöpfe gesehen. Sehr teuer. Die freundliche Verkäuferin machte mich auf weitere davon hinter der Ladentheke aufmerksam. Ich suchte passende aus und erstand für 7.20€ die, die ich brauchte. Einkauf getätigt entdeckte ich viele bunte Stoffballen und dachte an Claudi, die dieses Geschäft lieben würde.

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Das schöne Lädchen mit der freundlichen Verkäuferin befindet sich in der „Ostfleth 28 in Buxtehude und nennt sich „Ricarda Henning“ Stoffe & Accessoires. Zu finden auch in Hamburg und im Internet.

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Meine Knöpfe 😀 .

 

Nachtrag: Oft lese ich Hans vor was ich so getippt habe. Also folgendes. Er besteht darauf zu erwähnen, dass er sehr wohl die Holzscheibe auf Stabilität getestet hat. Im Schraubstock eingespannt ist das Holz gesplittert  :).

Wir gingen ein Stückchen weiter und ich sah, was meine Tochter sicher interessieren würde. Uns beiden gefiel es auch.

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Wir erfuhren, dass sich zwei Hamburger Jungs an dieser Wand ausgetobt hatten.

Ich kaufte noch zwei Ansichtskarten, Briefmarken und eine Rätselzeitschrift. Und zu unserem Kuchen sollten wir auch noch kommen. Wir entdeckten eine Bäckerei nicht weit vom Wohnwagen entfernt. Hans holte Kaffee, Kuchen und eine Cola, ich setzte mich derweilen draußen an einen Tisch um eine Zigarette zu rauchen. Ich habe erwähnt, dass es auf dem Kirchturm sehr windig war. Um zu verdeutlichen, wie sehr es stürmte: Einige Stühle wurden umgeblasen und die Sonnenschirme mussten sie einklappen, einen hatte es schon zerrissen. Wenn man genau hinguckt, sieht man beim linken Bild am Schaufenster einen der umgewehten Stühle. Wo Hans beim rechten Bild hinschaut, weiß ich nicht. Vielleicht zu Murphy.

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Teuer bezahlt und nicht geschmeckt. Das Mohnstückchen war trocken, der Käsekuchen als wäre er eingefroren und aufgetaut worden. Der Boden total matschig.

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Unsere tierischen Nachbarn waren dieses mal Enten.

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Die Nebelkrähe entdeckte ich in der Altstadt.

 

 

Willkommen im Club!

Am ersten Tag in Buxtehude. Ich wollte ein schönes Foto, mit mir und dem Hasen der neben einem Fotogeschäft stand. Hans mit Hund und Foto war bereit, ich stellte mich in Positur, versuchte, ein „mir gefällt“  Gesichtsausdruck aufzusetzen (meistens finde ich Fotos von mir doof) und just in dem Moment kamen drei Hunde eine Frau hinter sich herziehend aus dem Laden. Da Hans sie nicht sehen konnte, ein Verkaufsständer nahm im die Sicht, rief ich: „Achtung Hunde!“ Damit er nicht überrascht wurde, falls Murphy an der Leine zieht, was er oft tut bei Artgenossen. Schon stürzte sich einer dieser drei Hunde, losgerissen, auf Murphy. Mehr schwanzwedelnd als aggressiv. Murphy verhielt sich ruhig. Ich nicht. Ich kenne Murphy und schnauzte die Besitzerin an. „Wenn sie ihre drei Hunde nicht unter Kontrolle haben, sollten sie sich keine drei Hunde anschaffen.“ Auf ihr entschuldigendes Getue ging ich nicht ein und wiederholte den Satz. Beim weggehen drehte sie sich noch einmal um und sagte:“ Zicke.“ Wow, so hatte mich auch noch niemand genannt. Warum ich das aufschreibe? Die beiden „Zicken“ werden es wissen 🙂 .

Hans machte noch einige Fotos die, wie sollte es anders sein, in die „mir nicht gefällt“ Kategorie gehören. Hier sind zwei von Zicke Gabi 🙂

 

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Phantom der Oper 16.4 2015, Hamburg

Ich weiß, ich wiederhole mich. Schrieb ich anfangs dieser Seite „Das fängt ja gut an“ tippe ich das Gleiche als Überschrift zu meinem Bericht über „Das Phantom der Oper“.

Das fängt ja gut an!

Um 17.00 Uhr wollten wir losfahren. Da blieb Zeit für den Hund und für uns noch ein wenig rumzulaufen. Um fünf vor Fünf fing Hans an mit unserem Nachbarn über Solarzellen, Batterien etc. zu fachsimpeln. Murphy, der mitbekommen hatte, dass wir etwas vorhatten, winselte und war sichtlich nervös. Um in zu beruhigen, ließ ich ihn schon einmal in den Kofferraum. So weiß er wir nehmen ihn mit. Ich erinnerte Hans, immer noch vertieft im Gespräch, dass wir schon längst unterwegs sein wollten. Schließlich erbarmte sich unser Nachbar und los ging es. Die Strecke schon abgefahren brauchten wir ungefähr eine Stunde bis wir den Parkplatz am Stage Theater erreichten. Hans wunderte sich. Überall wehten Fahnen vom „König der Löwen“. Der Parkplatz ist sicher für beide Veranstaltungen mutmaßte ich und entschied mal zu schauen, wo sich genau der Eingang befindet. Hans wollte während dessen mit Murphy laufen. „Gabi,“ hörte ich ihn rufen. “ Wo ist die Hundeleine?“ Unauffindbar, wir hatten sie vergessen. Da der Parkplatz übersichtlich und an keiner Straße liegt, ging es auch ohne Leine ganz gut. Ich setzte meinen Weg fort, gelangte an das erste Gebäude. „König der Löwen“ las ich. Nun gut. Weiter zum nächsten Gebäude. Ich las nichts, sah aber einen Portier den ich nach dem „Phantom der Oper“ fragte. „Da sind sie hier ganz falsch, sie müssen in die Stresemannstraße. Kleinen Moment, ich frage nach der genauen Hausnummer.“ Stresemannstraße sagte mir etwas. Genau. Dort war das Stage-Theater laut Internet und auch der Parkplatz. Hatte recherchiert zu Hause. Der Portier kam zurück. „Hausnummer 163.“ „Danke, aber….ich hatte, im Internet und der Parkplatz gehört zum Theater?“ Ich wurde aufgeklärt. In Hamburg gibt es vier Stage Theater. Die Anschrift war korrekt, der Parkplatz falsch. Da wir aber bei unserer vorab Besichtigung nur die Adresse des Parkplatzes in den Navi eingaben und von dort aus Stage Theater lesen konnten, dachten wir richtig zu sein ohne weiter nachzuprüfen, ob wir uns auch in der Stresemannstraße befanden. Klingt kompliziert. War es auch. Ein Mann der das Ganze mitbekommen hatte machte mich noch nervöser als ich ohnehin schon war. Wir müssten da und dort und gerade aus und…und….und….es klang, als würden wir UNSER Stage Theater heute nicht mehr finden. Mittlerweile den Tränen nahe hatte ich Hans noch nicht gebeichtet, was ich erfahren hatte. Sah ihn ganz weit hinter dem Parkplatz in einem freien Gelände mit Murphy nun langsam auf mich zu kommen. Trotz allem hielt es mich nicht davon ab die Elbphilharmonie auf der gegenüberliegenden Hafenseite zu fotografieren.

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Hans nahm es gelassener als ich. Die Vorstellung begann um 20.00 Uhr und wir kamen gegen 19.00 Uhr am Stage Theater Neue Flora an. Fanden direkt einen freien Platz im anliegenden Parkhaus und hatten auch noch Zeit uns bei Edeka eine Kleinigkeit zu Essen zu kaufen. Es konnte losgehen 🙂 .

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Im Foyer

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Alles sieht sehr edel und Hochglanz poliert aus. Die Mitarbeiter super freundlich und hilfsbereit. Etwas besonderes, was man nicht jeden Tag hat und ich kann das sehr  genießen.

Die Sitzplätze waren hervorragend gewählt. Reihe 3 Platz 1 und 2. Genau in der Mitte. Ty 🙂 .

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Natürlich auch hier, fotografieren während der Aufführung aus urheberrechtlichen Gründen nicht erlaubt.

Mein Fazit: Absolut sehenswert. Eigentlich ein MUSS, wenn man in Hamburg ist und sich nur ein kleines bisschen für Musicals interessiert. Schade, dass es abgesetzt wird. So weit wir mitbekamen, war es bei uns, an einem Donnerstag Abend ausverkauft. Zurück zur Aufführung. Schwierig zu beschreiben, da mich ja immer alles begeistert und hier kann ich behaupten, war ich mehr als begeistert. Jedes kleinste Detail, die Abläufe, die Bühnenbilder, Darsteller, Gesang, schauspielerische Leistungen, Orchester, Kostüme, spezielle Effekte, all das war stimmig und harmonisch. Nach der Pause steigerte sich der Ablauf noch einmal um ein vielfaches. Gänsehaut-Feeling. Für mich ein Gesamtkunstwerk! Auch Hans fand es toll, meinte aber Starlight Express wäre besser gewesen. Ich sehe es genau umgekehrt und würde „Phantom der Oper“ gleichsetzen mit der fantastischen Aufführung von der „Rocky Horror Show “ die wir uns in Frankfurt ansahen.

Noch einige Bilder aus dem Foyer.

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Die nächsten Bilder sind von Anke Bauer

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Murphy hielt gut aus im Auto und bekam nicht einmal unsere Rückkehr mit. Ansonsten empfängt er uns meist mit lautem Gebell. Anscheinend gut gepennt 🙂 . Erst beim Aufschließen wurde er munter und überschwänglich wurden wir begrüßt. Neben bei erwähnt: Parkhausgebühren für den Abend 9€.

Auf der Rückfahrt durch St. Pauli bot sich eine spektakuläres Abendbild im Hafen. Zwei Schiffe waren hell beleuchtet. Hans parkte inoffiziell und ich nahm schnell den Foto um ein paar Bilder zu machen. Ich denke die extreme Helligkeit machten meiner Kamera zu schaffen. Mit dem Fokussieren hatte sie Schwierigkeiten.

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Gegen 0.30 Uhr waren wir in Buxtehude. Gegen 4.00 Uhr ging ich schlafen. War noch ganz aufgekratzt von dem Erlebten und kam erst so langsam wieder runter.

Am Samstag waren wir auf dem Astronomie Treffen in Hamburg. Mehr dazu und Bilder unter Hobby Hans. Lustig fanden wir Dörthe dort zu treffen, die wir schon ewig lang kennen und auch die Ostfriesen, die letztes Jahr in Gedern neben uns standen.

Gabi hatte recherchiert. Nein, nicht wieder falsch, dieses mal passte alles. Gabi wollte zum HSV und hatte tags vorher bei Google Maps gesehen, das Stadion ist nicht weit von St. Pauli entfernt und dort mussten wir eh vorbei auf der Rückfahrt von den Astronomen. Natürlich lotse uns der Navi nicht durch St. Pauli sondern irgendwo quer durch das Zentrum. Dies hinter uns lassend wurde die Fahrt angenehm. Schon sah ich HSV Fahnen im Wind flattern. Wie schön. Endlich war ich auch einmal da. Seit über vierzig Jahren mehr oder weniger HSV Fan, geprägt durch meinen Bruder stand ich vor dem Stadion.

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Uwe Seelers übergroßer Fuß und ich sitze drauf 🙂 .Finde, das haben sie schön gemacht. Vor dem Fuß eine runde Platte mit allen Erfolgen seiner Bundesligazeit.

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Um den Fuß herum kreisförmig Namen von Spielern, wie lange sie beim HSV gespielt haben, Erfolge und entweder Hand- oder Fußabdruck des Spielers. Ohhhhhhh….ich las wieder Namen aus längst vergangenen Tagen und erinnert mich, wie ich als junges Mädchen für Rudi Kargus schwärmte 🙂 .

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Horst Hrubesch, Felix Magath, Manfred Kalz, Namen, die mir geläufig sind.

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Wie auch Kevin Keegan und Günter Netzer.

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Einige Male fragte ich Hans, ob ich nicht auch ein Foto von ihm machen solle. „Muss nicht sein.“ Die Antwort eines Frankfurters am HSV Stadion 🙂 .

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Ein Flugzeug über uns und…..wir fuhren doch tatsächlich durch den Elbtunnel. Wollte ich seit wir in Hamburg sind und immer war er gesperrt. Es ließ sich gut fahren. Ein Stück Autobahn und fast am Stellplatz hörten wir seltsame Geräusche hinten im Auto. Zuerst dachten wir eine Flasche die kullert oder Murphys Gummiball im Kofferraum. Dann wurde das Geräusch lauter. Hans, der sich mit Autos sehr gut auskennt, wusste es nicht zu deuten. Wieder in Buxtehude fuhr er an den Randstreifen um die Räder zu kontrollieren. Nichts. Auf dem Weg zum Stellplatz wurde das Geräusch immer lauter. Zuerst meinte Hans das Radlager, dann war er sich unsicher. Ich stieg aus, Hans fuhr im Kreis und ich sollte heraus finden wo genau das „Geklapper“ herkam. Hinten links oder hinten rechts. Es war mir nicht möglich. Was tun? Fischmarkt in Hamburg am nächsten Tag war gestrichen. „Kommen wir noch bis Frankfurt? Und was ist mit dem Umzug bei dem wir helfen wollten mit dem Hänger von Edi?“ „Das können wir dann nicht, keine Ahnung wie lange das Auto in der Werkstatt ist.“ Oh je, hatten wir doch schon die Hilfe beim Umzug unseres anderen Sohnes wegen „Auto in der Werkstatt“ absagen müssen. Mir war mulmig mit dem Klapperauto nach Frankfurt zu fahren und Hans sagte auch noch, es könne sein, dass wir unterwegs stehen bleiben. Gabi und Autobahn und LKWs harmonieren nicht zusammen und dann auch noch mit einem Auto welches seltsame Geräusche von sich gibt. Während Hans sich mit unseren linken Nachbarn unterhielt, unterhielt  ich mich mit unserem rechten Nachbar und er meinte es wäre nicht gut loszufahren: „Nicht, dass noch etwas passiert.“ Hans kam um die Ecke und spontan fragte ich: “ Warum bringst du ihn nicht hier in die Werkstatt?“ Wir schauten im Internet und fanden zwei Renault Niederlassungen. Anscheinend ein Bekannter aus Buxtehude unseres linken Nachbarn fuhr Hans sogar am Abend noch zur Werkstatt um ihm zu zeigen, wo sie ist. Das war sehr nett.

Am nächsten Morgen kurz vor Acht fuhr Hans zur Werkstatt und ich ging mit Murhy Gassi. Nach einer 3/4 Stunde war ich zurück, fütterte den Hund und kochte mir einen Tee. Kaum hingesetzt hob Murphy den Kopf und fing an zu winseln. Konnte das sein? War Hans zurück. Mit Auto? Ich sprang auf, streckte den Kopf durch die Wohnwagentür und fragte, was Sache ist. Hans antwortete mit einem leichten grinsen. „Nichts ist. Mir wurde gesagt: An ihnen kann die Werkstatt kein Geld verdienen.“ „???????“ Sie hatten eine Probefahrt gemacht, die Reifen runter, Bremsen kontrolliert und und und……sie fanden nichts. Alles in Ordnung. Über eine Stunde lang hatte sich der gute Mann mit Hans unser Auto in Augenschein genommen und wollte noch nicht einmal Geld dafür. Für seine Hilfsbereitschaft hat sich Hans dennoch erkenntlich gezeigt. Hier die Adresse mit einem „Vielen herzlichen Dank“.

Autohaus Wilhelm, Alter Postweg 3 in 21614 Buxtehude.

Etwas später fuhren wir in das 9 km entfernte Jork. Das Auto lief ruhig ohne irgendwelche Geräusche. Ich hatte im Internet den Herzapfelhof entdeckt.

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Viele schöne Dinge gibt es dort rund um den Apfel. Im Laden besorgte ich eine Kleinigkeit für die Kinder und wir schauten uns ein wenig um auf dem Hof.

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Dass es im „Alten Land“ diese riesigen Obstplantagen gibt hatten wir schon bei unserer letzten Reise in den Norden entdeckt. Vorher hatten wir noch nie davon gehört und waren überrascht sie so hoch im Norden vorzufinden. Neben Äpfeln (77%) werden auch Kirschen (12,7%) Birnen und anderes Obst angebaut.(Quelle: Wikipedia-Altes Land)

Vorletzter Tag in Buxtehude. Ein paar Kleinigkeiten einkaufen und ein bisschen wehmütig durch die Stadt laufen. Die letzten Fotos:

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Das Winkhaus haben wir nicht gefunden, dafür sah ich mir die „WaschBar“ genauer an auf die ich schon die Tage vorher aufmerksam wurde.

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Sind immer lang gelaufen und jetzt ein Blick durch die Schaufenster. Waschmaschinen, alte Radios. Hans sah, dass die Waschmaschinen angeschlossen, also funktionsbereit sind. Im Internet habe ich gelesen: Essen und Trinken im 50er Jahre Diner Ambiente und nebenbei Wäsche waschen. Was eine coole Idee. Finden wir super.

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Stier mit Knabe. „Auch Kleine können Großes bewegen.“ Entwurf und Ausführung F. Müller Belecke Hemmoor 1988 (Beschriftung Metallplatte).

Das Einhorn auf Pflastersteinen entdeckte ich vor einer Apotheke.BuxtehudeHofladenJork 009BuxtehudeHofladenJork 014

Ein Tattoo Studio. Übrigens, Buxtehude hat sehr gute Einkaufsmöglichkeiten. Apotheken, Bioladen, Sportartikel, Geschenke, Schreibwaren und Zeitungen, Tabaklädchen, Supermärkte und Discounter, Renault-Niederlassungen 🙂 , Kaufhaus, Reformhaus, das Futterhaus (haben wir Hundefutter gekauft), Spielwaren, Drogerie, einige Bäcker, Metzger und vieles mehr.

Ja und dann hieß es Abschied nehmen.

Zum Übernachten hatten wir uns einen neuen Platz ausgesucht, 16 km von Seesen entfernt in dem Ort Bockenem. Wir wussten, auf diesem Platz gibt es nichts, weder Strom, noch Wasser oder Entsorgung. Da wir mittlerweile nicht mehr auf Strom aus der Steckdose angewiesen sind, genügend Wasser an Bord hatten und ihn Buxtehude entsorgten wollten wir uns diesen Stellplatz einmal ansehen.

POS.: 52°0’29“N/10°8’12″E

Der Stellplatz befindet sich direkt am Freibad in der Mahlumer Straße gegenüber eines Fußballplatzes. Hunde sind erlaubt und es gibt einige schöne Spazierwege. Zu erwähnen ist vielleicht das Wilhelm-Busch Haus und sein Grab im 12 km entfernten Mechtshausen. Eigentlich hätten wir hingemusst, aber ich kann meinen Kopf nicht mit zu viel Sehenswürdigkeiten etc. füllen, brauch ab und an eine Pause um alles gedanklich zu verarbeiten. So entspannten wir den Abend beim Zugucken des Trainings der Fußballmannschaft. Es war absolut ruhig die Nacht und wir schliefen gut. In den kurzen Momenten in denen wir einigermaßen Internetempfang hatten googelte ich nach Bockenem und erfuhr, dass das gegenüberliegende Freibad beheizt ist. Das hätte ich mir gegebenen falls noch gefallen lassen. Ein paar Runden schwimmen. Leider hatten wir keine Badesachen dabei. Huuuuu…hätte ich sie dabei gehabt hätte ich mich sicher geärgert. Habe gerade gelesen, dass sie saisonbedingt erst am 1. Mai eröffnen. Dennoch sollte man sich diesen Stellplatz merken. Dort gibt es Duschen :).

Bockenem 001 Bockenem 002

All zu viele Bilder haben wir nicht mehr gemacht. Hier noch einige vom gegenüberliegendem Park beim Spaziergang mit Murphy.

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So gegen 10.00 Uhr fuhren wir Richtung Altenstadt. Standen wir auf der Fahrt von Buxtehude nach Bockenem bei Hannover in einem 12km langen Stau war nun bei Alsfeld die Autobahn ganz gesperrt. Navi neu eingestellt sprang er von 100km auf 148 km bis zum Ziel. Wir nahmen Autobahn raus und stellten ihn auf kürzeste Route. Siehe da, nur noch 93km, die uns aber durch Gässchen und Winkel von Dörfern führte was enorm Zeit kostete. Hans meinte scherzhaft: „Jetzt sind wir auf dem Fahrradweg.“ Noch eine weitere Umstellung der Reiseroute führte uns dann auf dem schnellsten Weg nach Altenstadt. Quer durch den Vogelsberg über das bekannte Gedern waren es noch 30km bis nach unserem Wohnort den wir nachmittags schließlich erreichten.

Alle Angaben wie immer ohne Gewähr.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Gedanke zu “Hamburg/Buxtehude 11. 4 – 22.4. 2015

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