Büdingen

Büdingen ist ein Katzensprung entfernt von Altenstadt. Früher sind wir öfters hingefahren um Hundefutter zu kaufen. Mittlerweile braucht Murphy eine spezielle Nahrung da er auf alles mögliche allergisch reagiert. Hier habe ich meine Wolle für die HSV-Socken gekauft. Sehr kompetente Verkäuferin. Bei Google finde ich den Laden nicht, hoffe, es gibt ihn noch. In den Baumarkt geht Hans ab und an. Wie das so manchmal ist, was am Nächsten liegt, kennt man am Wenigsten. Wir sind noch nie durch das Städtchen gebummelt und haben uns das Schloss erst letztes Jahr von außen angeschaut. Besichtigung nur mit Führung. Um mir dies anzutun, müsste ich nachlesen, ob es etwas interessantes zu sehen gibt. Ansonsten „Nein danke“. Bei der suche nach Bildern vom Schloss auf unserer externen Festplatte habe ich die von Füssen gefunden und mich entschlossen, erst einmal diese Stadt zu beschreiben.

Heute, 21.8.2015 waren wir mal wieder in Büdingen. Hans im Baumarkt, Gabi unterwegs mit Murphy. Ich ging vor dem Markt den Weg hoch Richtung Umgehungsstraße bis zum Parkplatz. „Ah, da macht jemand Picknick“, dachte ich als ich einen großen Korb mit Lebensmitteln auf einem der Tische entdeckte. Auf einer Bank lag ein sich ausruhender Mann. Ich näherte mich dem Auto mit ausländischem Kennzeichen und sah im vorbeigehen zwei Kinder durch die offene Autotür. Am Ende des Parkplatzes machte ich kehrt. Zurück in der Nähe des Autos kam dieser Mann auf mich zu. Hat man meine „Afghanen Geschichte“ gelesen weiß man, dass ich immer offen auf Menschen zugehe, egal, welcher Nationalität sie sind. So auch hier. Er versuchte mir in einigermaßen gutem Deutsch zu erklären, dass er Probleme mit seinem Auto hat. Auf meine Erwiderung er könne in die Stadt gehen um eine Werkstatt zu finden sagte er, er hätte kein Geld. Er griff in seine Jackentasche und kam näher auf mich zu. Vorsicht Gabi! Das hatten wir schon einmal. Vor -zig Jahren begegnete mir ein Mann, der vortäuschte, dass es ihm nicht gutgehe. Gabi dachte, er greife sich ans Herz dabei griff er unter die Jacke und zog eine Pistole. Andere Geschichte, die ich vielleicht irgendwann einmal erzähle. In diesem Moment war ich froh, Murphy an meiner Seite zu haben. Jeden Schritt, den der Mann auf mich zuging ging Murphy auf den Mann zu bis beide stehenblieben. Er zog keine Waffe sondern eine zerknitterte Bankkarte. Diese hätten seine Kinder kaputt gemacht und er könne kein Geld abheben. „Kein Problem, gehen sie in Büdingen auf die Bank, dort wird ihnen geholfen“, sagte ich zu ihm. „Mein Deutsch nicht gut genug. Hast du Geld?“ Ich fand das ziemlich dreist. Zumal  seine deutschen Sprachkenntnisse nicht schlecht waren. „Nein, ich habe kein Geld bei mir“, antwortete ich ihm nicht mehr ganz so freundlich. „Dann du geben mir deine Adresse, ich kommen Geld holen.“ Das Einzige was mir dazu einfiel war ihn auszulachen und weiter zu gehen. Sie alle waren gut gekleidet, hatten Lebensmittel über den ganzen Parkplatztisch verteilt, neu aussehende Kinderschuhe standen an der geöffneten Autotür. Und das Auto selbst sah auch nicht aus wie eine Rostlaube. Solche Erlebnisse veranlassen einem vielleicht dazu, nicht mehr zu helfen, wenn Hilfe notwendig ist. Und sie veranlassten mich darüber nachzudenken ob es nicht besser ist, Fremden gegenüber nicht so vertrauensvoll gegenüber zu treten wie ich es ständig tue.

Zurück zum Auto ging ich noch einen Feldweg entlang rechts von mir, da Hans meist Ewigkeiten im Baumarkt braucht. Diesmal nicht. Er wartete schon auf uns.

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