Gederner See 2015

 

1. Tag

In Verbindung mit dem alljährlichen ITV (Internationales Teleskoptreffen Vogelsberg[mehr dazu bei Hobby Hans]) sind wir schon öfters am See gewesen. Für das Treffen optimal gefällt mir die Anlage am See und um den See herum immer weniger. Wahrscheinlich sagen die meisten jetzt, die Gabi die spinnt. So schöne Spazierwege, alles sauber und gepflegt, der See, eingebettet in Schilf und Wald, Natur pur. Badewiese, Badestrand, frisch gemähter Rasen, ein Imbiss und ein Restaurant. Mehrere öffentliche Toiletten und Duschräume. Bungalows, die man anmieten kann. Campingplätze und jetzt auch ein Stellplatz für Wohnmobile.

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Mein Spaziergang führte mich heute entlang des Sees. Nach ca. 50 Meter das erste Schild :

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Musste schon etwas grinsen und der Gedanke, ob der nächste Schritt nun wäre…..“und Fußgänger bitte die Schuhe ausziehen“ entlockte mir ein Lächeln. Gut, dass wir keinen dicken Filzschreiber in rot dabei haben 😀 .

Weiter ging es den gewohnten Weg. Wie oft ich/wir diesen in all den Jahren schon gegangen sind? Urige alte Bäume, von Stürmen entwurzelt säumen das Ufer entlang des Waldes.

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Es wird lichter und ich sehe das nächste Schild:

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Bin etwas verunsichert. Muss ich wieder zurück oder darf ich die Stufen Richtung Restaurant mit meinem Vierbeiner benutzen?Ich benutze sie und komme so in die Nähe des „Seeblicks“. Schräg gegenüber der Imbiss mit Preisen, die mich erschrecken und mein Verlangen nach einer Currywurst sofort stillen. Hmmmm…..war hier nicht irgendwo der Elvis-Gedenkstein? Bin ich dran vorbeigelaufen? Bin ich. Wieder zurück den Berg hoch und ich sah ihn sofort.

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Zur Erinnerung an Elvis Presley                        Spielplatz

Ah….ein neuer Spielplatz und Minigolf. Und eifrige Arbeiter die neuen Sand zum Badestrand bringen. Die Gärtner sind auch fleißig beim Rasen mähen. Befinde mich im Eingangsbereich mit Schranke.

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Ein weiteres Schild, dieses am Badestrand nähe der Bungalows. Hier kann ich es nachvollziehen. Möchte auch nicht in den Hinterlassenschaften einiger Hunde baden so wie ich es einmal am Rebstockweiher in Frankfurt gesehen habe.

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Es gibt noch weit aus mehr Verbotsschilder am See, hatte aber keine Lust mehr sie  zu fotografieren. Ich wurde nur nachdenklich, ob alle wirklich nötig sind. Sind wir so nachlässig und nehmen keine Rücksicht auf die Begebenheiten? Mir hat es ein wenig die Stimmung vermiest.

Rechts von mir die zu vermietenden Bungalows und die „Halben Fässer“ wie wir sie nennen. Da ich nicht durch das Astro-Camp laufen wollte spazierte ich unten am See entlang und erreichte mit Murphy wieder unseren Wohnwagen.Gedern 049 Gedern 053

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Meine Muttertags-Blumen habe ich mit nach Gedern genommen. So konnte ich mich jeden Tag an ihnen erfreuen und wurde öfters darauf angesprochen, ob ich Geburtstag habe.

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2. Tag

Um sechs heute morgen wurde ich wach und hörte das sehr intensive Vogelgezwitscher. Ansonsten absolute Ruhe erklangen die verschiedensten Lieder und Rhythmen die mich begeisterten. Habe rausgeguckt, ein wenig gelauscht und bin wieder ins Bett. Tagsüber war es sehr warm, schwül und drückend. Habe Murphy in den Bachlauf geschickt zum Abkühlen. Wenn es ihm zu warm wird verdrückt er sich unter den Wohnwagen. Nachmittags zogen Gewitterwolken auf und wir hatten einige Schauer und Hagel. Zum Abend hin klarte es auf und es wurde merklich kühler. Vielleicht kann Hans heute Nacht Sterne gucken. Am Nachmittag haben wir uns die Sonne betrachtet.

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3. Tag

Heute war ich die Langschläferin. Während Hans schon mit Murphy unterwegs war Brötchen holen wurde ich so langsam wach. Ein „guten Morgen“ erklang und Raffael stand vor der Tür. Wir haben ein wenig gequatscht über Dieses und Jenes, was man halt so tut, wenn man sich ein Jahr nicht gesehen hat. Schade, dass Pia, seine Frau, aus gesundheitlichen Gründen zu Hause bleiben musste. Ich habe sie schon lange nicht mehr gesehen und vermisse sie sehr. Mit ihr kann ich so gut „schnacken“ 🙂 . Viel mehr gibt außerhalb der Astronomie nicht zu berichten. Die Wege die ich mit Murphy gehe sind immer die gleichen. Man hat hier keine große Optionen ein wenig Abwechslung in unsere GassiGänge zu bringen. Hmmm…ich sollte nicht tippen „unsere“, Murphy hat Abwechslung genug. Beinahe täglich treffen neue Hunde mit ihren Astronomer-Herrchen- und Frauchen ein und es gibt für ihn immer einige unbekannte „Spuren zu er- bez. beschnüffeln. Früher konnten wir wenigstens meckern, wenn nach Regen der Waldweg an manchen Stellen versumpft und nur mit  „Drüberhüpf“ begehbar war. So manches Mal gingen diese  Aktionen daneben und man landete im Dreck und sah auch dementsprechend aus. Diese gelegten Rohre verhindern jetzt jegliche dieser Aktivitäten.

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Weiß nicht, irgendwie ist mir alles zu sauber, zu gepflegt, zu aufgeräumt zu……es ist schön anzusehen, muss ich zugeben, dennoch……..wie nannte Hans es: kultivierte Natur.

4. Tag Vatertag

Keine große Neuigkeiten außer vielleicht, dass es ganz schön voll geworden ist. Selbst hier bei uns in der hintersten Ecke vom Gelände. Die gute Wetterprognose hat bestimmt einige mehr angelockt. Letztes Jahr hatte es viel geregnet. Mittags gingen Hans, Winfried und ich beim Imbiss essen. Wirklich geschmeckt hat es nicht.

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Blick von der Terrasse zum  See und zum Himmel.

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Hinter dem Gruppengelände befindet sich der Segelflugverein Laabhanse e. V.. Bernd und ich hätten so gerne mal wenigstens einen Start fotografiert, leider haben wir das immer verpasst. Auch am Wochenende wo reger „Flugverkehr“ herrschte 🙂 .

Sind hin- und zurück durch den Wald und haben bei Winfrieds Erzählungen aus seiner „Flower Power “ Zeit herzhaft lachen müssen. Hat Spaß gemacht. Haben darüber geredet, ob wir zusammen mal ein Wochenende hier am See verbringen wollen. Zum Angeln und zum Beobachten. Ist ja wirklich nur ein Katzensprung von Daheim. Morgen wollen die Kinder kommen. Wir haben unseren kleinen Grill mitgenommen und uns entschlossen, am Nachmittag zu grillen. Sicher besser als noch einmal Essen zu gehen. Abends ging Hans mit Murphy und ich relaxte am Laptop. Plötzliche Geräusche. Guckte nach und war freudig überrascht. Unsere Tochter stand vor der Tür.  Ursprünglich wollten sie in die Rhön ans schwarze Moor, der dunkelste Himmel Deutschlands, haben aber umdisponiert und landeten bei uns. Könnte sie öfters machen 🙂 .

 

5. Tag

Blauer Himmel und windig. Angenehm. Die Kinder kamen so gegen 14.00 Uhr und wir fingen an mit dem Grillen. Mussten etwas improvisieren aber es klappte ganz gut. Nachmittags wurde es wieder richtig warm, fast schon zu warm und beim Rundgang um den See fingen wir an zu schwitzen. Anschließend wurde der mitgebrachte Erdbeerkuchen verspeist. Lecker. Hat gepasst 🙂 . So gegen 19.00 Uhr haben sie sich dann verabschiedet. Wieder ging die Zeit viel zu schnell rum. Und selbst die Woche, wenn ich bedenke, dass heute Freitag ist und es Sonntag früh nach Hause geht. Die Nacht soll sternklar werden und ich hoffe diese Prognose trifft zu. Wenigstens noch eine gute Beobachtungsnacht. Wir nicht Astroleute hatten die ganze Woche, bis auf das kurze Gewitter tagsüber Bilderbuchwetter. Hans, wie immer sonnengebräunt. Auch ich habe etwas Farbe abbekommen, vermeide aber eher die direkte Sonnenbestrahlung.

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6. Tag

Wolken. Sonne. Wolken. Regen. Schlussendlich hat es sich eingetrübt und zum Abend hin wurde es richtig kalt. Vormittags ging Hans zum Stammtisch seines Astrovereins, der, eigentlich etwas traurig, aus einer einzigen Person bestand. Immerhin, Klaus war da und, als wäre es vorher bestimmt gewesen, ging er nicht direkt zum Gelände sondern Richtung Imbiss. Dort fand er, auf dem Boden liegend einen Teilnehmerausweis mit einem Namen, der ihm sehr bekannt vorkam : Hans Seyfried. 🙂 . Er muss ihn wohl am Morgen beim Brötchen holen verloren haben. Später kamen sie für eine Tasse Kaffee und unterhielten sich über die Astrofotografie. Draußen sehr hell fanden sie doch eine Lösung den Monitor abzudunkeln um sich Hans Fotos anzusehen. Ich fand es so lustig, dass ich meinen schon weggepackten Fotoapparat holte und sie fotografierte. Anschließend gingen wir, Hans und Klaus eine Bratwurst essen, ich meine Gutscheine einlösen. Wir verabschiedeten uns, Klaus fuhr nach Hause und wir gingen zurück durch den Wald zum Wohnwagen.

Mit Hund an der Leine Fahrrad fahren. Gerade heute wurden wir zweimal damit konfrontiert, dass man es lieber nicht tun sollte, wenn man sich nicht 150% auf seinen Hund verlassen kann. Den Ersten trafen wir an den neugebauten Toiletten am Eingang. Murphy mit festgemachtem Halti (ich gehe nie ohne)blieb an meiner Seite. Sein Hund lief vor das Fahrrad und hätte den Fahrer zu Fall gebracht, hätte er die Leine nicht losgelassen. Gut, dass es eine Hündin war. So verhielt sich Murphy weiterhin ruhig und ich konnte die Leine aufheben und dem älteren Mann in die Hand drücken. Im Wald der nächste Radfahrer. Wieder ein älterer Herr, diesmal mit einem Rüden. Auch er hatte die aller größten Schwierigkeiten, seinen Hund nebst Rad unter Kontrolle zu halten. Mehr schlecht wie recht stieg er aus dem Sattel und wäre fast hingefallen. Murphy stellte die Nackenhaare erwiderte das Knurren. Dank des Haltis konnten wir die Situation entschärfen und gingen rasch an den Beiden vorbei. Ich bin dankbar für dieses „Hilfsmittel“, da Murphy mitunter sehr aggressiv auf andere Rüden reagiert. Allerdings sollte man wissen, wie man damit umzugehen hat, damit man dem Hund keinen Schaden zufügt.

7. Tag

Verabschiedet von unseren Freunden haben wir uns gestern schon. Nun heißt es auch bei uns packen. Die Nacht hat es geregnet und heute morgen empfing uns wieder ein sonniger Tag. Wir wurden schneller fertig als gedacht, sagten Denis und Emilia, unseren direkten Nachbarn „Tschüss“ und los ging es. Ich war zwiegespalten, wie so oft in meinem Leben. Nicht zu wissen, was ich will. Wollte nicht wirklich zurück nach Altenstadt, wollte aber auch nicht am See bleiben.

Gegen 10.00 Uhr erreichten wir Altenstadt. Back to daily life.

: D

Fazit Gabi : Habe mich gefreut, unsere Freunde wiederzusehen, mich gefreut über die Besuche der Kinder und über das wirklich gute Wetter dieses Jahr. So konnte Hans wenigstens zwei Nächte die Sterne und jeden Tag die Sonne beobachten. Ich habe sehr viel fotografiert und auch schöne Motive gefunden. Insgesamt war es eine gelungene Woche die für  mich zum richtigen Zeitpunkt endete.

Für Leute die sich auf Campingplätzen wohlfühlen ideal. Für mich auf Dauer zu langweilig.

Alle Angaben wie immer ohne Gewähr.

 

 

 

 

 

 

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