Prolog

Ich finde es immer schwierig, Menschen zu erklären, warum mir ein Hund, und dann auch noch ein Riese wie der Irish Wolfhound so viel bedeutet. Ganz selten und meist auch nur Hundeleute können meine Beweggründe nachvollziehen.

Als wir im Spätherbst 2014 meinen Murdog altersbedingt einschläfern lassen mussten wusste ich, es war auch so beschlossen, das war der letzte IW für mich. Ich versuchte mich damit abzufinden und es schien auch eine Zeitlang gut zu funktionieren. Ich beschäftigte mich intensiver mit Murphy, spielte oft mit ihm und unsere Spaziergänge dehnte ich weiter aus. Körperlich ging es mir immer besser. Ich fing an die Natur um mich herum zu fotografieren, alles schien gut. Doch irgendwann spürte ich, so wie die Wochen um Wochen vergingen, immer intensiver, wie sehr mir meine grauer Schatten fehlt. In diesen Tagen trafen wir mit Wohnwagen unterwegs auf einen hellen Irish-Wolfhound. Nach einem langen Gespräch mit Besitzerin und Tochter machte ich mich anschließend auf einen Spaziergang mit Murphy und ließ meinen unterdrückten Tränen freien lauf. Es geschah öfters, dass mich diese Traurigkeit überfiel, manchmal einfach nur aus einer Situation heraus, die, noch nicht einmal bewusst, durch irgendwelche Empfindungen ausgelöst wurden. Nach vielem Nachdenken, Abwägen und Klage bei einem 71 jährigen Züchter, dass ich doch sicher noch nicht zu alt für einen IW bin stand für mich fest: „Ein IW will wieder an meiner Seite laufen.“ Ich erinnerte mich an die „Andy-Geschichte, ein Buch, welches ich mir bei meiner ersten Hündin Bedja kaufte. Ich las es ein weiteres Mal und war von meinem Entschluss noch mehr überzeugt. Nun ging es daran, die Familie und vor allem Hans davon zu überzeugen. Bei Hans gelang es mir gleich, die Kinder, bis auf Töchterlein waren nicht wirklich begeistert und haben mit den unterschiedlichsten Argumenten versucht, mich davon abzuhalten. In einigen Punkten haben sie recht, muss ich zugeben, andererseits, es ist mein Leben. Ich setzte mich mit genanntem Züchter in Verbindung. Leider gab es erst später im Jahr wieder Welpen und da waren wir in Italien. Alle späteren Junghunde, die ich auf seiner Internet Seite sah waren bei Anruf schon vergeben. Durch Facebook und einem Deerhound Züchter aus Frankreich wurde ich auf diese Rasse, die ich schon kannte, mich aber nie wirklich interessierte, aufmerksamer. Sehr ähnlich dem Irish-Wolfhound, aber wesentlich schlanker. Bad Homburg in der Nähe fuhren wir zur Windhundeausstellung die wir ja von früher her noch kannten. Als erstes trafen wir auf einen holländischen Züchter mit Deerhoundnachwuchs. Ich durfte in sein Wohnmobil und sie mir anschauen. Ich war mal wieder hin und weg und hätte mir am Liebsten einen mitgenommen. Ich hatte Tränen in den Augen, bedankte  und verabschiedete mich. Nun zu den IW’s. Aber wo waren sie? Maßlos enttäuscht sah ich nur zwei und wollte es nicht glauben. Damals mit Bedja waren so viele Irish Wolfhounds dort, dass sogar schon in der Jüngstenklasse zwei Gruppen gebildet wurden und die ersten drei davon sich noch einmal gegeneinander messen lassen mussten. Übrigens bekam unsere Bedja ein V4 was bei der Vielzahl der anwesenden Hunde super war. Zurück ins Jetzt. Frustriert im Auto ging es nach Hause. Ich setzte mich nochmals mit dem Züchter in Verbindung ohne Erfolg. Es gab keinen Welpen für mich. Dies erstreckte sich bis kurz vor Weihnachten. Bekam das Gefühl, es ohne Hund nicht mehr aushalten zu können und machte Nägel mit Köpfen. Die Wurfmeldungen durchsehend entdeckte ich Welpen Nähe Rostock. Am 21.12. 2015 morgens um 10.00 Uhr rief ich an, gegen 11.00 Uhr fuhren wir los und abends gegen 18.00 Uhr erreichten wir die Zuchtstelle. Frau E…….und ihr Mann waren mir sofort sympathisch, was ja auch viel ausmacht. Wir wurden freundlich begrüßt und ich entdeckte zwei erwachsene Wölfe zu denen ich gleich hinlief. Wow. Wie bei Sichtung meines ersten IW’s wurde mir hier erst wieder bewusst, wie groß ein Irischer Wolfshund eigentlich ist. In den letzten Jahren für mich normal und gewöhnt an die Größe schien ich es doch vergessen zu haben. Um so mehr konnte ich nun die Einwände meiner Kinder verstehen. Allerdings hielt mich das  nicht ab und ich war entzückt von den kleinen Wölfchen, die uns gezeigt wurden. Zwölf waren es und alle gleich hübsch. Was ein Gewusel. Frau E., 75 Jahre alt sagte, dass es ihr letzter Wurf ist und ich antwortete ihr, was ein schönes Geschenk ihre Hündin ihr gemacht habe. Nun, ich stand in mitten heller, hellgestromter und einem dunkelgrauen, fast schwarzem Rüden. Wie sollte ich eine Entscheidung treffen? Welchen möchte ich mit nach Hause nehmen?. Mir fiel Hans Erzählung ein beim Kauf von Bedja. „Der Hund, der auf mich zukam, den habe ich genommen.“ Das half mir enorm weiter und ich hatte nun nur noch zwei Welpen zur Auswahl. Der Dunkle und ein Hellgestromter. Während die anderen Welpen sich um Hans Beine scharten blieben, auch beim Weggehen, diese Beiden an mir „kleben“. Letztendlich entschied ich mich für den Grauen. Ein Vertrag wurde geschrieben, das Geld übergeben und wir fuhren zu Viert zurück nach Altenstadt. Ich möchte nicht versäumen, mich bei der Familie E. für ihre Gastfreundschaft zu bedanken und bei meinem Mann, der bis auf den kurzen Aufenthalt 1.400 km mühelos fuhr, wo er doch ansonsten nach 50km schon anfängt zu gähnen. Wir alle waren nach dieser riesigen Strecke fix und fertig aber mein Glück über den Hund scheint bis heute alle Strapazen vergessen zu lassen. Nun heißt es für mich morgens früh aufzustehen, egal, wie kurz die Nacht war. Hündchen ist hungrig und muss nach dem Füttern raus. Das Ganze vier mal am Tag. An für sich bekamen die Welpen nur noch drei mal am Tag. Ich habe es geändert, nachdem ich hier in drei Wewo’s die gewohnte Welpenkost nicht bekam und ich ihn gleich auf anderes Futter umstellen musste. Dazu werde ich mich später noch äußern. Denke unter Kurzgeschichten. Das ungewohnte Futter verursachte natürlich Durchfall, da ich ihn nicht langsam daran gewöhnen konnte. Das Fatale war der Tag drauf. Es war der 24.12.2015 wo die Kinder kamen. Morgens schon ein stinkendes Malheur entsorgt und mit Lüften, Duftkerzen und Geruchsspray entgegengewirkt war der „Geruch“ verschwunden. Nach Bescherung, Essen und Gesprächen eine Tochter bei den Hunden die mir nichts Gutes verkündete und ich in etwas Hektik an den Kleinen nicht mehr dachte. Es war wieder passiert und es stank zum Himmel. Wie gehabt entsorgt, geputzt, gesprüht und gelüftet. Ich wusste schon tags vorher, dass genau das eintreffen würde. Genau darum war ich ja so genervt nicht das richtige Futter zu bekommen. Nun, wir haben es alle überstanden und am nächsten Tag war Andy wieder fit. Das gemeinsame Essen am 26.12. verlief dann ohne besondere Ereignisse 🙂 .

 

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